Spannungen im Konflikt um den Iran nehmen zu

14.05.2019 • 10:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran wächst die Furcht vor einer militärischen Auseinandersetzung. Zuletzt sagte US-Außenminister Mike Pompeo: „Krieg ist nicht unser Ziel.“ Für den Fall, dass der Iran amerikanische Streitkräfte angreifen oder die Arbeit an Atomwaffen vorantreiben sollte, planen die USA laut „New York Times“ aber unter anderem, 120.000 Soldaten in den Nahen Osten zu entsenden.

Deutschland zeigte sich sehr besorgt. Man wolle nicht, dass es zu einer militärischen Eskalation komme, sagte Außenminister Heiko Maas am Montag nach einem Treffen mit Pompeo in Brüssel. Dieser wiederum erklärte in einem Interview mit dem US-Sender CNBC, die Absicht der USA sei, das Verhalten der iranischen Regierung zu ändern. Es müsse aber auch sichergestellt sein, dass Präsident Donald Trump Optionen habe, für den Fall, dass der Iran „eine schlechte Entscheidung“ treffe.

Die USA entsandten unter anderem einen Flugzeugträger und eine Bomberstaffel in die Region. Laut Medienberichten werden in der US-Regierung mehrere militärische Optionen diskutiert für den Fall, dass der Iran amerikanische Streitkräfte angreifen oder die Arbeit an Atomwaffen vorantreiben sollte. Einer der möglichen Pläne sehe vor, 120.000 Soldaten in den Nahen Osten zu entsenden, berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf Regierungsvertreter.

Der kommissarische Verteidigungsminister Patrick Shanahan habe den Plan bei einem Treffen mit Spitzenberatern von Trump am Donnerstag vorgestellt. Das Präsidialamt war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Das Pentagon wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

Der britische Außenamtschef Jeremy Hunt mahnte, es dürfe nicht versehentlich zu einem Konflikt kommen – „mit einer Eskalation, die von keiner Seite gewollt ist“. Maas machte mit Blick auf den seit Monaten ungelösten Streit über das Atomabkommen mit dem Iran deutlich, dass sich die EU dem Druck der USA nicht beugen wolle. „Wir sind uns in Europa einig, dass dieses Abkommen für unsere Sicherheit notwendig ist.“

Trump schlug indes im Weißen Haus drohende Töne an. An die Adresse der Führung in Teheran sagte er: „Es wird ein großes Problem sein, wenn etwas passiert. Sie werden keine glücklichen Menschen sein.“ Trump fügte hinzu: „Wenn sie etwas tun, werden sie sehr leiden.“ Worauf er sich konkret bezog, sagte er nicht.

Die USA hatten den Druck auf die iranische Führung zuletzt massiv erhöht. Vor einem Jahr war Trump einseitig aus dem in Wien geschlossenen Atomabkommen ausgestiegen. Er hatte dem Iran vorgeworfen, Unruhe in der Region zu schüren und Terrorismus zu unterstützen. Die Europäer sehen die Rolle des Iran in der Region ebenfalls kritisch, wollen das Atomabkommen aber erhalten.

Für weitere Spannungen sorgten Berichte über angebliche Sabotageakte gegen Handelsschiffe im Golf von Oman. Dort gab es nahe des Emirats Fujairah nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) „staatsfeindliche Operationen“ gegen vier Schiffe aus verschiedenen Ländern. Der VAE-Staatsminister für Auswärtiges, Anwar Gargash, teilte mit, die Angriffe würden untersucht.