Grüne mit Kritik an Wohnbaupolitik: „Raus aus der Wohnkostenkrise“

Politik / 15.05.2019 • 14:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Vorarlbergs Grüne „erneuern Vorarlberger Versprechen auf leistbares und lebenswertes Wohnen“. Wohnbaupolitik im Land müsse von Grund auf erneuert werden.

Lauterach In Vorarlberg galt lange das Versprechen: „Wer gnuag schaffat und husat, kann amol a Hüsle baua“. Die Realität sei heute aber leider eine andere. „Die Wohnkosten explodieren und für viele Vorarlberger geht es sich einfach nicht mehr aus!“, betonen Grünen-Landesrat und Landessprecher Johannes Rauch und Wohnbausprecherin Nina Tomaselli vor der Vorzeige-Wohnanlage Üs’r Fellentor in Lauterach. „Wir Grünen wollen deshalb bei der diesjährigen Landtagswahl das Vorarlberger Versprechen auf leistbares und lebenswertes Wohnen für alle erneuern“, bekräftigen Rauch und Tomaselli. Die Wohnbaupolitik des Landes müsse dafür von Grund auf neu definiert werden. „Wir wollen die gemeinnützigen Wohnungen bis 2035 verdoppeln, Low-Budget-Wohnungen zum obersten Prinzip in der Wohnbauförderung machen und die 8000 leerstehenden Wohnungen in Vorarlberg halbieren. Wohnen ist ein Grundrecht, deshalb muss es für alle leistbar sein“, betont Rauch.

Sorge um leistbaren Wohnraum

Die Vorarlberger gäben mittlerweile bis zur Hälfte ihres Einkommens für Wohnraum aus. „Bei Mieten von 16 Euro und Baugrundstücken über 1000 Euro pro Quadratmeter ist es kein Wunder, dass sich die Menschen in Vorarlberg weder den Hausbau noch eine Eigentumswohnung mehr leisten können“, bringt es Rauch auf den Punkt. Diese Situation wollen die Grünen nicht einfach so hinnehmen. „Die Frage nach passendem und leistbarem Wohnraum ist die größte Sorge der Vorarlberger. Es ist unsere Aufgabe in der Landespolitik, Lösungen dafür zu finden. Wir dürfen nicht weiter zusehen, wie Häuser und Wohnungen ungebremst nach dem Renditeprinzip gebaut werden“, sieht auch Tomaselli akuten Handlungsbedarf.

„Die Frage nach passendem und leistbarem Wohnraum ist die größte Sorge der Vorarlberger.“

Johannes Rauch, Landesrat und Landessprecher

Faire Preisbildung nicht mehr möglich?

Eine faire Preisbildung über Angebot und Nachfrage sei heute am Vorarlberger Wohnungsmarkt nicht mehr möglich. „Der Wohnungsmarkt ist kein Supermarkt. Wenn der Markt versagt, müssen wir unserer Verantwortung nachkommen und der völlig ungebremsten Mietpreisspirale politische Grenzen setzen!“, ist Tomaselli überzeugt. Ein Drittel des Einkommens müsse in Vorarlberg wieder für das Wohnen reichen. „Wohnen ist auch eine Frage des sozialen Friedens und des Zusammenhalts. Wir Grünen setzen uns deshalb für eine Wohnkostengarantie ein und wollen, dass alle Vorarlberger den gleichen Zugang zu leistbarem und lebenswertem Wohnraum haben.“