Vorarlberger Maturanten in Mathemathik so gut wie noch nie

17.05.2019 • 18:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bildungsminister Heinz Faßmann will aus Mathe ein sympathisches Fach machen. Mit den Maturaergebnissen ist er zufrieden. APA

Weniger Fünfer in Vorarlberg: AHS-Koordinator für die Mathe-Matura zieht positive Bilanz.

WIen Das Angstfach Mathematik müsse von seinem Stigma befreit und ein sympathisches Fach werden, sagt Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP). Er glaubt mittlerweile, den richtigen Weg dorthin gefunden zu haben. Bestätigt fühlt sich Faßmann von den bisher bekannten Maturaergebnissen. Rund 80 Prozent wurden seinem Ministerium bereits gemeldet. Demnach hat an den AHS knapp jeder neunte Schüler (11,5 Prozent) ein Nicht genügend geschrieben, vergangenes Jahr war es noch mehr als jeder fünfte (22,4 Prozent). Auch an den BHS wurden heuer weniger Fünfer gezählt, wenngleich ihre Quote deutlich geringer sank, nämlich von 18,9 Prozent im Jahr 2018 auf heuer 17,5 Prozent. „Unsere Bemühungen scheinen Früchte zu tragen“, ist Faßmann überzeugt.

Fünferquote deutlich niedriger

Diese Früchte scheinen nun auch die Vorarlberger Schüler zu ernten. So gut wie heuer seien sie seit Einführung der Zentralmatura vor fünf Jahren noch nie gewesen, berichtet Freddy Wittwer, AHS-Koordinator der Mathematik-Zentralmatura, im VN-Gespräch. 11,5 Prozent der Schüler schlossen ihre schriftliche Reifeprüfung in Mathematik zwar negativ ab. Mit diesem Wert liegen die Vorarlberger aber exakt im österreichischen Durchschnitt. „Rechnet man Vierer und Fünfer zusammen, so liegen wir in der Positiv-Wertung darüber. Die Gesamtverteilung der Noten entspricht der einer guten Schularbeit“, hält Wittwer außerdem fest.

„Die Gesamtverteilung der Noten entspricht in Vorarlberg der einer guten Schularbeit.“

Freddy Wittwer, AHS-Koordinator der Mathe-Matura

Vor drei Jahren sah das noch ganz anders aus. Damals schrieb fast genau ein Drittel aller Vorarlberger AHS-Kandidaten bei der Mathe-Matura einen Fleck. In der Bundesländerwertung belegte Vorarlberg abgeschlagen den letzten Platz. Anstrengungen, die seither unternommen wurden, machten sich bezahlt, meint Wittwer. Er beurteilt die Reformen positiv: „Die veränderten Rahmenbedingungen haben eindeutig den schwächeren Schülern geholfen.“ Wie der Mathe-Koordinator betont auch Faßmann, dass die Maturanten mehr Zeitsouveränität erhalten haben. So müssen sie den Grundlagenteil der Matura nicht bereits nach zwei Stunden abgeben und können ihn bis zum Schluss behalten. „Die Schüler standen heuer nicht mehr unter Zeitdruck und  konnten in der Reihenfolge genau das machen, was ihnen am besten entsprach“, erklärt Wittwer. Leichter sei die Mathe-Matura deswegen nicht gewesen. Das sagt auch Faßmann: „Die Ergebnisse sind nicht so, dass man uns den Vorwurf machen kann, dass alles hergeschenkt wurde.“ Neben der zeitlichen Aufteilung sei nun auch erlaubt worden, halbe Punkte zu vergeben, also Teilleistungen zuzulassen. Außerdem habe man die Textaufgaben verständlicher formuliert.

Bei den berufsbildenden höheren Schulen zählten die Vorarlberger Maturanten im Bundesländervergleich übrigens zu den besten Drei – und das trotz Mathe-Fünferquote von 15,3 Prozent.

Die Nicht genügend sind aber noch nicht in Stein gemeißelt. Ende Mai bieten die Kompensationsprüfungen den Maturanten eine zweite Chance. Bekanntlich schafft hier die Mehrzahl von ihnen zumindest den Sprung zum Genügend.

Ergebnisse in Vorarlberg


11,5 Prozent der AHS-Schüler haben die schriftliche Mathe-Matura negativ abgeschlossen. 2018 schrieben 22,4 Prozent ein Nicht genügend. Ein Sehr gut schafften heuer übrigens 7,4 Prozent. Im vergangenen Jahr waren es zwei Prozent mehr.


15,3 Prozent der BHS-Schüler haben die schriftliche Mathe-Matura negativ abgeschlossen. 2018 schrieben 16,3 Prozent ein Nicht genügend. Ein Sehr gut schafften heuer 6,8 Prozent. Im vergangenen Jahr waren es 5,4 Prozent.

Birgit Entner-Gerhold, Klaus Hämmerle