Wallraff nennt Video „gelungenen Coup“

Politik / 20.05.2019 • 22:51 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Enthüllungsjournalist Günter Wallraff: „Sehr unheimlich.“
Enthüllungsjournalist Günter Wallraff: „Sehr unheimlich.“

EU-Kommission reagiert fassungslos aufs „Ibiza-Gate“.

Brüssel Zum „Ibiza-Video“, das zum Rücktritt von Vizekanzler Heinz-Christian Strache geführt und eine Regierungskrise in Österreich ausgelöst hat, gibt es zahlreiche Reaktionen aus dem Ausland.

Fassungslos hat die EU-Kommission in Brüssel reagiert. „Aber wir haben volles Vertrauen in die Österreicher und in die österreichischen demokratischen Institutionen, das wieder zurechtzurücken“, sagte ein EU-Kommissionssprecher am Montag.

Die deutsche Bundesregierung findet das Handeln von Sebastian Kurz (ÖVP) in der Ibiza-Affäre folgerichtig. „Die Bundesregierung hat die Entscheidung des österreichischen Bundeskanzlers Kurz, als Konsequenz aus den jüngsten Ereignissen Neuwahlen anzustreben, zur Kenntnis genommen“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz. Kurz‘ Entscheidung sei nachvollziehbar.

Der deutsche Enthüllungsjournalist Günter Wallraff hat die heimlichen Aufnahmen als „gelungenen Coup“ bezeichnet. „Aber man möchte wissen, wer dahintersteckt. Wahrscheinlich eine größere Organisation“, vermutet Wallraff. Es sei „sehr unheimlich“, welche Koalitionen und Schulterschlüsse Rechtspopulisten einzugehen bereit seien.

Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen hat Strache einen „schwerwiegenden Fehler“ attestiert. Sein Fehlverhalten in der Videoaffäre sei aber umgehend durch seinen Rücktritt geahndet worden, sagte Le Pen.

„Unsere österreichischen Freunde kommen jetzt nicht zu uns, da dort eine außerordentliche Jagdsaison eröffnet wurde“, meinte Ungarns rechtsnationaler Premier Viktor Orban in Zalaegerszeg. Dort sollte Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) am Montag an der Übergabe des ersten Abschnittes von „Zalazone“, einer Teststrecke für innovative Verkehrslösungen, teilnehmen. Hofer hatte abgesagt.