Vorarlberger als neuer Innenminister

Politik / 21.05.2019 • 21:19 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Eckart Ratz war von 2012 bis Ende Juni 2018 OGH-Präsident. VN
Eckart Ratz war von 2012 bis Ende Juni 2018 OGH-Präsident. VN

Ex-OGH-Präsident Eckart Ratz löst Herbert Kickl ab.

„Was gibt es schöneres als mit Ordnungsprinzipien umzugehen“, sagte Eckart Ratz einst in den VN. Seine Passion für die Rechtswissenschaften kann der frühere Höchstrichter in keinem Gespräch verheimlichen. Ratz ist redselig, gesellig, ein Familienmensch. Als Präsident des Obersten Gerichtshofs hielt er sich gerne im Hintergrund. Die Politik öffentlich zu kommentieren, war gar nicht seins.

Jetzt rückt der Vorarlberger aber ins Rampenlicht. Dem Vernehmen nach schlägt Bundeskanzler Sebastian Kurz den 65-Jährigen als Teil der neuen Übergangsregierung vor. Ratz soll Herbert Kickl als Chef des Innenministeriums ablösen.

Erster Vorarlberger OGH-Präsident

Eckart Ratz trat im vergangenem Jahr seinen Ruhestand an. Zuvor war er Richter am Bezirksgericht Feldkirch, am Landesgericht und am Oberlandesgericht Wien. Später stieg er zum Vizepräsident des OGH auf, um 2012 als erster Vorarlberger an die Spitze des Höchstgerichts zu wechseln. Über sechs Jahre war er dort Präsident. Respekt und Verantwortung seien ihm im Berufsleben wichtig, pflegt er zu sagen. Auch hält Ratz weiterhin an seinem Lebensmotto fest: „Suche keinen Streit, aber weiche ihm auch nicht aus.“ Dieses könnte dem leidenschaftlichen Rechtswissenschafter im Innenressort hilfreich werden; Ebenso jene Kritikfähigkeit, die Ratz einst als Grundvoraussetzung für eine gefestigte Richterpersönlichkeit bezeichnet.

Jus als Leidenschaft

Juristischen Rat hat der Vorarlberger immer parat. In Fachkreisen wird er geschätzt, auch seine wissenschaftlichen Abhandlungen zum Thema Strafrecht, Strafprozessrecht, oder Grundrechte. Hätte er nochmals die Wahl, würde er heute wieder Jus studieren. „Die Juristerei hat unglaublich viel mit den Grundstrukturen des Lebens zu tun“, sagt er. Sie könne Prinzipien aufstellen, die helfen, das soziale Leben zu gestalten.