Jugend macht Politik: Das war das Schülerparlament in Bregenz

23.05.2019 • 12:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Schüler als Abgeordnete machten im Vorarlberger Landtag einen Tag lang Politik. VN/PAULITSCH

Seltenes Bild im Landtagssaal im Landhaus: statt Abgeordneten machten junge Schüler Politik.

Bregenz Wenn auf den Stühlen, wo normalerweise die Landtagsabgeordneten Platz nehmen, viele junge Menschen sitzen, weiß man, dass im Bregenzer Landhaus irgendetwas anders sein muss. An solch einem Tag findet nämlich das Schülerparlament (SIP), die demokratische Vertretung für 50.000 Schüler, statt. 70 Delegierte nehmen sich hierfür zwei Tage pro Jahr Zeit. Sie bringen Anträge ein, sie diskutieren darüber und stimmen nach Ende der Debatte, welche von großem Respekt untereinander geprägt ist, ab.

26 Anträge auf Tagesordnung

Ganze 26 Anträge hat man sich bei der Landesschülervertretung Vorarlbergs für den Tag vorgenommen, sie wurden im Vorfeld von den Schulsprechern eingebracht. Und sie sind breit gefächert. Egal ob eine Reform der Disziplinarverfahren, die „Fridays for Future“-Demos oder bessere Maßnahmen gegen Mobbing und Rassismus an Schulen: Im SIP finden zahlreiche Themen und Wünsche Platz. Überraschend wenig
Anspielungen hingegen wurden auf die aktuelle Situation in Österreichs Innenpolitik gemacht. Und wer glaubt, dass die Anträge nach der Sitzung in den Akten des Landtags verschwinden, liegt falsch. Das SIP ist nämlich gesetzlich verankert. Jedes Anliegen, dem 50 Prozent der Anwesenden zustimmen, wird an die Bildungsdirektion weitergeleitet, wo es wieder in Zusammenarbeit mit den Schülervertreten behandelt wird.

„Demokratische Vorgänge brauchen Zeit“

Ob es zur gesetzlichen Umsetzung kommt, ist aber dennoch unsicher. Dem ist sich auch Landesrätin Barbara Schöbi-Fink (VP) bewusst, wie sie bei der Eröffnung erwähnte: „Demokratische Vorgänge brauchen Zeit und sie verlangen Geduld“. Außerdem wünschte sie, gemeinsam mit Landtagspräsident Harald Sondergger (VP), dem Plenum „eine spannende Diskussion und einen konstruktiven Sitzungsverlauf“. Und diesem Wunsch versuchten die Schüler auf jeden Fall zu entsprechen. MW

„Ich finde es wichtig, dass wir die Möglichkeit der aktiven Mitbestimmung haben.“

Rebeca Kling, Mitglied der LSV Vorarlberg