Trump bietet Briten Handelsabkommen an

04.06.2019 • 20:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Donald Trump trifft Theresa May: Gemeinsamkeiten und Differenzen. ap
Donald Trump trifft Theresa May: Gemeinsamkeiten und Differenzen. ap

May lobt US-britische Freundschaft und betont auch Differenzen.

london Nach den eher milden Mahnungen durch Königin Elizabeth II. musste sich US-Präsident Donald Trump am Dienstag auf ruppigere Kritik einstellen. Am zweiten Tag von Trumps Staatsbesuch in Großbritannien haben Demonstranten in London auf fantasievolle Weise ihrem Unmut über Trumps Anwesenheit Luft gemacht. Sie bereiteten einen Protestballon in Form eines riesigen Trump-Babys in Windeln vor, um ihn am Parlament aufsteigen zu lassen. Am Trafalgar Square bauten sie eine knapp fünf Meter große sprechende Donald-Trump-Figur auf, die mit heruntergelassener Hose auf einer Goldtoilette sitzt.

Das Treffen zwischen der scheidenden britischen Premierministerin Theresa May und Trump fiel gestern eher frostig aus. Trotzdem hat May in einer gemeinsamen Pressekonferenz die „kostbare und tiefgreifende Freundschaft“ zwischen Großbritannien und den USA gelobt. Sie hob aber auch Differenzen zu Trump hervor. So stehe Großbritannien zum Atom-Deal mit dem Iran und zum Pariser Klimaabkommen. Beide Verträge hat Trump einseitig aufgekündigt.

Trump rief am Dienstag nach dem Treffen mit May einmal mehr zu einer fairen Lastenteilung in der Nato auf: „Alle Mitglieder des Bündnisses müssen ihre Verpflichtungen erfüllen.“ Einige Mitglieder täten das nicht. „Das können wir nicht zulassen.“ Trump erwähnte allerdings keine Länder namentlich.

Der US-Präsident lockte auch mit einem groß angelegten Freihandelsabkommen zwischen den USA und Großbritannien in naher Zukunft. „Die USA fühlen sich verpflichtet zu einem phänomenalen Freihandelsabkommen“, sagte er. Der gemeinsame Handel könne um das zwei- oder dreifache ausgeweitet werden. „Es gibt ein riesiges Potenzial“, sagte Trump euphorisch. „Alles wird auf den Tisch kommen.“

Trump schloss ausdrücklich das Nationale Gesundheitssystem der Briten, den National Health Service (NHS), mit ein. Eine Privatisierung des Gesundheitswesens gilt in Großbritannien indes als höchst umstritten.

Experten gehen davon aus, dass vor allem der Finanzsektor beider Länder mit den weltgrößten Finanzzentren in der Londoner City und der New Yorker Wall Street auf einen solchen Deal spekuliert. Verhandlungen können aber erst beginnen, wenn Großbritannien die EU verlässt.