Gastronomen fordern von der Politik nach Hin und Her eine klare Linie

06.06.2019 • 16:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Es gilt als fix, dass das absolute Rauchverbot in der Gastronomie kommt. APA

In Vorarlberg setzen schon viele Lokale freiwillig auf ein Rauchverbot.

bregenz Das Hin und Her um das Rauchverbot hält Österreichs Gastronomen schon länger auf Trab: Galt zunächst eine räumliche Trennung zwischen Raucher- und Nichtraucherbereich ab einer gewissen Lokalgröße, sollten sich die Wirte ab Mai 2018 auf ein generelles Rauchverbot einstellen, das dann unter der schwarz-blauen Bundesregierung gekippt wurde. Nun dürfte das absolute Rauchverbot doch kommen. „Das Thema Rauchen ist längst zu einer rein politischen Entscheidung geworden. Unsere Branche wird gar nicht mehr gefragt“, sagt Andrew Nussbaumer, Wirtesprecher der Vorarlberger Wirtschaftskammer. Grundsätzlich sei man aber vorbereitet. „Viele Restaurants, Hotels und Kaffeehäuser haben bereits freiwillig ein Rauchverbot eingeführt.“

In der Vergangenheit seien teils teure Umbauarbeiten vorgenommen worden, schildert der Geschäftsführer der Hohenemser Palastgastronomie. „Manche Betriebe haben sogar ihre Räume verkleinert, um unter einer bestimmten Lokalgröße zu bleiben.“ Letztlich sei wegen des ständigen Hin und Her aber nur noch selten kontrolliert worden.

Kurzes Experiment

Nussbaumer selbst wollte seine Palastgastronomie eigentlich rauchfrei halten. Das Experiment dauerte aber nur zwei Monate. Aus wirtschaftlichen Gründen habe er sich dazu entschlossen, das Rauchen im Barbereich wieder zuzulassen, schildert der Geschäftsführer. „Wir haben viele Veranstaltungsräume. Die rauchenden Gäste sind zwischendurch in die Bar gegangen. Als das Verbot galt, war sie nicht mehr gut besucht.“ Dafür standen viele Menschen plötzlich draußen, um zu rauchen. Nussbaumer kritisiert: „Durch die aktuelle Regelung wird der Wirt schnell zum Prellbock. Wenn das Lokal rauchfrei ist, regen sich die rauchenden Gäste auf. Wenn man das Rauchen erlaubt, stört das die Nichtraucher.“ Sollte es ein gesetzliches Verbot für alle geben, stelle sich diese Frage nicht. Dann gelte Chancengleichheit.

Durch die aktuell geltende Regelung wird der Wirt schnell einmal zum Prellbock.

Andrew Nussbaumer, GF Palastgastronomie

In der Braugaststätte Löwen Tisis würde sich durch ein generelles Rauchverbot nicht viel ändern. Schon seit zweieinhalb Jahren ist dort das Rauchen nicht mehr gestattet, erzählt Geschäftsführer Christian Lampert. Für manche Gäste sei es zunächst gewöhnungsbedürftig gewesen. „Es gibt immer Leute, die auf dem Rauchen beharren. Sie müssen dann eben rausgehen. Doch es wird immer leichter.“ Wie Nussbaumer plädiert Lampert für eine klare Linie. „Es ist wichtig, dass es keine Grauzonen mehr gibt.“

Es gibt immer Leute, die auf dem Rauchen beharren. Sie müssen dann eben rausgehen.

Christian Lampert, GF Braugaststätte Löwen Tisis

Auch Harald Furtner, Geschäftsführer der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer, beteuert: „Wir sind sehr an einer klaren Regelung, die langfristig Rechtssicherheit und eine faire Wettbewerbssituation bietet, interessiert.“

Höherer Lärmpegel

In der Anfangszeit des Verbots könnten sich aber vor allem für Gasthäuser auf dem Land oder Bars Schwierigkeiten ergeben, gibt die Wirtschaftskammer zu bedenken. Als Ausgleich fordert sie entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen in der Gewerbeordnung. Wenn es wegen mehr Rauchern vor dem Lokal zu einem steigenden Lärmpegel kommt, solle das beispielsweise nicht mehr automatisch dem jeweiligen Wirt zugerechnet werden dürfen.

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