Rauchzeichen

06.06.2019 • 20:17 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Zum Verständnis gleich vorweg: Dies ist die Argumentation eines vehementen Rauchers, eines unverbesserlichen noch dazu. Trotz aller Warnungen. Ja, Rauchen ist gefährlich. Ja, auch Passiv-raucher sind gefährdet. Nachdem einen solchermaßen das schlechte Gewissen plagt, stimmt es geradezu froh, zu hören, dass Politiker endlich aus ihrer Macht etwas Vernünftiges machen wollen. Nachdem so manche Volksvertreter zuletzt kräftig danebengehauen haben, sind sie im Umgang mit dem blauen Dunst tatsächlich dabei, auf den richtigen Trichter zu kommen. Es ist ja wahr: In Österreich wurde zuletzt sprichwörtlich aufs geltende Tabakgesetz gepfiffen.

Die Regelungen zum Nichtraucherschutz in der Gastronomie mit allerlei Ausnahmen waren von Anfang an gleichsam für den Aschenbecher. Beim Thema Rauchverbot hatte man sich ins Dilemma manövriert. Durch die Inkonsequenz bei der Trennung zwischen Raucher- und Nichtraucherräumen entstanden viel zu viele Schlupflöcher und der Kontrolleifer durch die Behörden erlahmte gleichermaßen.

Nun soll also eine saubere Nichtraucherschutzregelung her – ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie nach dem Vorbild anderer EU-Länder, wo in Gaststätten oder Szenelokalen das Rauchen längst tabu ist. Applaus! Nur klare Spielregeln beenden den andauernden Ärger über ein unrühmliches Provisorium. Natürlich muss bei einer gradlinigen Rauchfrei-Politik noch die Friedenspfeife mit den Wirten geraucht werden, die Geld in Umbauten gesteckt haben. Insgesamt sollte die Gastronomie indes keinen größeren Kummer haben, dass mit der staatlich verordneten Frischluftgarantie nun der totale Umsatzeinbruch droht.

Wie bei allen Neuerungen wird es etwas dauern, bis sich tatsächlich alle daran gewöhnt haben sich etwas abzugewöhnen. Ähnlich wie einst in Bayern, wo sich heute aber niemand mehr übers strenge Rauchverbot echauffiert. Wo ist das Problem? Wer qualmen will, kann einfach vor die Tür gehen. Hartnäckige Raucher können viel einstecken und verschmerzen. Und am gebotenen Frischluftkonsum ist noch keiner gestorben.

„Die Regelungen zum Nichtraucherschutz in der Gastronomie mit allerlei Ausnahmen waren von Anfang an gleichsam für den Aschenbecher.“

Hans Günter
Pellert

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