Wie der Handelsstreit Smartphone-Nutzer trifft

12.06.2019 • 20:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die US-Maßnahmen gegen Huawei wirken sich bereits nachteilig auf dessen Smartphone-Absatz aus. AP
Die US-Maßnahmen gegen Huawei wirken sich bereits nachteilig auf dessen Smartphone-Absatz aus. AP

US-Bann gegen Huawei mit potenziell weitreichenden Folgen.

washington Das chinesische Unternehmen Huawei steht derzeit im Zentrum des Konflikts zwischen den USA und China. Das könnte gravierende Konsequenzen für Smartphone-Nutzer haben. Ein Überblick.

Wie geht Washington gegen Huawei vor?

Die USA haben Huawei auf eine schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, mit denen US-Firmen keine Geschäftsbeziehung ohne spezielle Genehmigung unterhalten dürfen.

Wie argumentieren die USA?

Hintergrund ist der weiter eskalierende Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Dazu kommt ein Streit um die Netzwerktechnologie der Zukunft. Huawei ist nicht nur der zweitgrößte Smartphone-Hersteller, sondern auch ein wichtiger Ausrüster von Mobilfunk-netzen. Die USA befürchten, das Unternehmen könnte im Dienst der chinesischen Führung westliche Länder ausspionieren. Sie machen auch Druck auf andere Staaten, keine Huawei-Technik beim Ausbau der neuesten Mobilfunktechnologie 5G zu verwenden. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück.

Was bedeutet der Bann für Huawei-Nutzer?

Die Smartphones von Huawei und dessen Tochterunternehmen Honor erfreuen sich großer Beliebtheit. Allein in Österreich könnten Hunderttausende Nutzer betroffen sein. Mehrere US-Unternehmen wollen nicht mehr mit dem chinesischen Konzern zusammenarbeiten. Wer künftig US-Technik an Huawei verkaufen oder transferieren will, muss nämlich erst eine Lizenz erwerben. Sollten Sicherheitsinteressen betroffen sein, kann sie überhaupt verweigert werden. Bisher gilt noch eine dreimonatige Schonfrist. Gibt es keine Einigung, darf Huawei künftig das Android-Betriebssystem von Google nicht mehr nutzen. Noch bis Mitte August kann das US-Unternehmen die Telefone heutiger Huawei-Kunden in vollem Umfang mit Updates und Apps versorgen. Fallen Sicherheitsupdates weg, werden die Smartphones leichte Beute für Hacker. Neue Telefone müssten überhaupt ohne Android auskommen. Sie könnten dann nicht mehr auf den Google Play Store und Apps wie YouTube oder Gmail zugreifen. Nach einem Bericht der „Financial Times“ bemüht sich Google um eine Ausnahmeregelung. Huawei arbeitet bereits an einem eigenen Betriebssystem.

Wie reagiert China?

Peking droht damit, die Ausfuhr Seltener Erden in die USA zu beschränken. Diese 17 Metalle, zu denen Neodym, Lanthan und Cer gehören, sind für die Hightech-Industrie sehr wichtig. Sie werden unter anderem bei der Herstellung von Smartphones, Computern, Bildschirmen und anderen Elektronikgeräten genutzt. China ist der weltgrößte Produzent. Die USA beziehen 80 Prozent des Bedarfs aus dem Land. Sollten die Exporte verringert werden, könnte es weltweit zu einem Anstieg der Preise kommen. VN-RAM