Volksbegehren zum Tierschutz: Genossen sagen Unterstützung zu

25.06.2019 • 11:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vorarlbergs SP-Landesparteichef Martin Staudinger (l.) unterstützt das von Sebastian Bohrn Mena initiierte Tierschutzvolksbegehren. VN

Breite Unterstützung für die Ziele des Tierschutzvolksbegehrens, das bundesweit bereits rund 30.000 unterzeichnet haben, leistet Vorarlbergs SP.

Bregenz Die Sozialdemokraten rufen die Vorarlberger zur Unterstützung des Tierschutzvolksbegehrens auf. Derzeit werden dafür Unterstützungserklärungen gesammelt. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Sebastian Bohrn Mena, dem Initiator des Volksbegehrens, stellte Landesparteichef Martin Staudinger klar: „Jeder Fall von Tierquälerei ist einer zu viel – und in Vorarlberg tauchen solche Fälle in einer bedrückenden Häufigkeit auf.“ Der jüngste Viehtransport-Skandal mache erneut offensichtlich, dass es Veränderungen brauche. Denn die Regelmäßigkeit an Fällen von durch Menschen verursachtes Tierleid habe System, weiß Staudinger. Und weiter: „70 Prozent des in Vorarlberg konsumierten Kalbfleisches stammen nicht aus Vorarlberg, gleichzeitig werden jährlich 30.000 Kälber in Vorarlberg geboren. Es ist ein klarer Fehler im System, wenn diese Tiere in horrende Tiertransporte in andere Länder gesteckt werden. Wir brauchen daher einen Systemwechsel. Das Programm des Tierschutzvolksbegehrens gibt hier den Weg vor.“

Für hochqualitative heimische Produkte

Bohrn Mena betonte die engen Zusammenhänge zwischen Landwirtschaft, Klimaphänomenen und Konsumentenschutz: „Über unsere Teller können wir die Welt gestalten – aber wenn wir nicht erfahren, woher unsere Lebensmittel stammen, können wir auch keine bewusste Konsumentscheidung treffen. Es kann nicht sein, dass jene Lebensmittel, die am schädlichsten für Mensch, Tier und Umwelt sind, am billigsten sind, während hochqualitative heimische Produkte für immer mehr Menschen unleistbar werden. Hier trägt der Staat eine Verantwortung, dafür zu sorgen, dass gute Lebensmittel leistbar sind und die heimische Landwirtschaft unterstützt wird. “ Das geplante Tierschutzvolksbegehren habe das große Ganze im Blick. Es handle sich um ein gut durchdachtes Programm, in dem das Tierwohl und Konsumentenschutz im Mittelpunkt stünden. „In dieser Kombination unterscheidet es sich wesentlich von vielen bestehenden Positionen, die oft das eine gegen das andere ausspielen. Das Tierschutzvolksbegehren zeigt, dass Tierwohl und Konsumentenschutz keine Gegensätze sind, sondern zwei Seiten einer Medaille“, schloss Staudinger.