Julia Ortner

Kommentar

Julia Ortner

Österreich, das intransparente Land

Politik / 25.06.2019 • 06:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Sebastian Kurz, der Ex-Kanzler, dem die CEOs vertrauen, hat für seine ÖVP im Wahljahr 2017 also noch mehr Spenden aus der Wirtschaft erhalten als bisher bekannt, elegant gestückelt – Porr-Hauptaktionär Klaus Ortner verteilte seine Großspende auf mehrere Tranchen. Philippa Strache, Tierschutzbeauftragte der FPÖ und Ehefrau des gestrauchelten FPÖ-Chefs Heinz-Christian, bekommt einen Listenplatz für die Nationalratswahl im Herbst – offiziell natürlich nicht als Ausgleich für das EU-Mandat, auf das ihr Mann verzichtet. Zwei österreichische Geschichten, die bei allen Unterschieden doch eine Haltung eint: Transparenz ist kein Wert aus Österreich. Obwohl Transparenz ein wichtiges Instrument gegen das strukturelle Nähe- und Distanz-Problem zwischen Politik, Wirtschaft und Medien wäre, an denen gerade ein kleines Land laboriert.