Staatsanwälte stemmen sich gegen Racketes Ausweisung

03.07.2019 • 20:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Kapitänin Carola Rackete bleibt bis zur Anhörung in Italien. reuters
Kapitänin Carola Rackete bleibt bis zur Anhörung in Italien. reuters

rom Die am Dienstagabend freigelassene Carola Rackete bleibt vorläufig in Italien. Die Staatsanwaltschaft von Palermo hat eine von Innenminister Matteo Salvini geforderte Ausweisung der deutschen „Sea-Watch 3“-Kapitänin verweigert. Am 9. Juli soll sie im sizilianischen Agrigent von den Staatsanwälten befragt werden, die gegen sie wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung ermitteln. Der Sea-Watch-Sprecherin Giorgia Linardi zufolge befindet sich Rackete an einem geheimen Ort, um sich von den Strapazen zu erholen. Rackete war am Samstag mit dem Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ mit 40 Migranten unerlaubt nach Lampedusa gefahren. Sie wurde unter Hausarrest gestellt.

Wegen Italiens Einwanderungspolitik der „geschlossenen Häfen“ mussten rund 2500 Migranten insgesamt 165 Tage lang an Bord von Rettungsschiffen ausharren, berichtete die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ (MSF) am Mittwoch. Seit Juni 2018 sei es in 19 Fällen zu einem Tauziehen zwischen Italien und NGO-Schiffen gekommen. MSF bemängelte, durch die Kriminalisierung von Rettungseinsätzen im Mittelmeer seien die Leiden von geschwächten Menschen verlängert worden.