Hofer erhöhte kurz vor Abgang Aufsichtsratsgagen

Politik / 04.07.2019 • 22:41 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Als Minister teilte Hofer offenbar großzügig aus. APA
Als Minister teilte Hofer offenbar großzügig aus. APA

ÖBB und Asfinag: Noch als Minister Vergütungen bewirkt.

wien Der designierte FPÖ-Chef Norbert Hofer hat, kurz bevor er als Infrastrukturminister den Posten räumen musste, die Gagen für die Aufsichtsräte von ÖBB und Asfinag kräftig erhöht – rückwirkend fürs Geschäftsjahr 2018. Ein entsprechender Bericht des „Kurier“ wurde am Donnerstag zumindest seitens der ÖBB bestätigt. Aufsichtsräte der ÖBB-Holding bekommen nun statt 9000 Euro pro Jahr als Basisgage 14.000 Euro. Das Sitzungsgeld wurde von 200 auf 800 Euro pro Treffen und Person erhöht. Auch die Gagen der Aufsichtsräte der Asfinag wurden laut „Kurier“ von 4000 auf 8000 Euro deutlich gesteigert. Die Zeitung schrieb, dass die Aufstockung der Aufsichtsratsgagen auch für die Mandatare in den Tochterkonzernen der Bahn gelte.

Ministeriumssprecherin Elisabeth Hechenleitner erklärte: „Das ist die erste Erhöhung seit über zehn Jahren und im Hinblick auf die Bilanzsumme der Asfinag von rund 16,5 Milliarden Euro durchaus gerechtfertigt.“ ÖBB-Aufsichtsratspräsident Gilbert Trattner (FPÖ) wird mit den Worten zitiert: „Die Entscheidung über eine Erhöhung ist korrekt. Grund dafür ist die Valorisierung, die völlig gerechtfertigt ist.“ Die Vergütungen wurden seit 2004 nicht angepasst. Die Aufsichtsratsentschädigungen in Österreich würden außerdem „internationalen Relationen weit hinterherhinken“.

Von einer Valorisierung könne keine Rede sein, meinte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda. So sei das Sitzungsgeld vervierfacht worden. Kritik kam auch von der ÖVP. Sie brachte laut ORF einen Entschließungsantrag im Parlament ein. Der neue Verkehrsminister Andreas Reichhardt solle demnach die Höhe und Rechtmäßigkeit der Vergütungen prüfen lassen.