Von der Leyen hat schon Schreibtisch in Brüssel

05.07.2019 • 20:50 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ursula von der Leyen traf Noch-EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. ap
Ursula von der Leyen traf Noch-EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. ap

Juncker kritisiert Intransparenz bei Vergabe von EU-Spitzenposten.

brüssel „Der Prozess war nicht sehr transparent.“ Mit diesen Worten kritisierte am Donnerstag der scheidende EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker das Auswahlverfahren für die EU-Spitzenposten. Seine Nominierung sei hingegen durch das Spitzenkandidatenprinzip sehr transparent gewesen. Jeder habe gewusst, was passieren werde, wenn die eine oder die andere Partei bei den EU-Wahlen stärkste Kraft werde.

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten zuvor nach tagelangen Verhandlungen hinter verschlossenen Türen überraschend Deutschlands Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) als künftige EU-Kommissionspräsidentin vorgeschlagen. Als Spitzenkandidaten waren indes CSU-Vize Manfred Weber für die EVP und EU-Kommissionsvize Frans Timmermans für die Sozialdemokraten angetreten.

Von der Leyen scheint den Einzug ins EU-Gebäude in Brüssel kaum erwarten zu können: Zumindest hat die nominierte EU-Kommissionspräsidentin am Freitag bereits ein Foto ihrer neuen Büroräumlichkeiten auf Twitter verbreitet. Noch sei ihr neuer Schreibtisch als nominierte Kandidatin leer, „aber das Telefon funktioniert auf jeden Fall“, postete sie. Ob von der Leyen in Junckers Büro einzieht, steht am 16. Juli fest, wenn das EU-Parlament entschieden hat. Derzeit regt sich noch heftiger Widerstand, vor allem seitens der Sozialdemokraten und der Grünen.