Iran reichert Uran über den erlaubten Grad an

08.07.2019 • 20:33 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
US-Präsident Trump drohte dem Land zum wiederholten Mal. reuters
US-Präsident Trump drohte dem Land zum wiederholten Mal. reuters

teheran Der Iran hat gegen das Atomankommen verstoßen und nach eigenen Angaben Uran über den erlaubten Grad von 3,67 Prozent hinaus angereichert. Am Montag überschritt der Iran die Schwelle von 4,5 Prozent bei der Urananreicherung, meldete die halbamtliche Nachrichtenagentur ISNA. Gemäß dem Atomabkommen von 2015 darf der Iran Uran höchstens auf 3,67 Prozent anreichern. Der Iran will weitere Verpflichtungen aus dem Abkommen aussetzen, wenn die nach dem Ausstieg der USA verbliebenen Unterzeichnerstaaten ihre Zusagen nicht erfüllen. Sollten insbesondere die Europäer ihre Versprechen nicht halten, dann werde der nächste Schritt „stärker, entschlossener und ein wenig überraschend“ ausfallen, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Abbas Mussawi. Eine Uran-Anreicherung von 20 Prozent sei derzeit nicht nötig. „Aber wenn wir wollen, dann produzieren wir das. Wenn die 3,67 Prozent überschritten sind, dann gibt es kein Hindernis und kein Problem.“ Selbst eine Anreicherung über 20 Prozent hinaus sei möglich. 20 Prozent wäre der Grad, den der Iran vor Abschluss des Atomabkommens 2015 erreicht hatte. Waffentaugliches Uran muss bis auf 90 Prozent angereichert sein.  Der Iran hatte sich 2015 zur Begrenzung seines Atomprogramms bereit erklärt, im Gegenzug wurden die meisten Sanktionen aufgehoben. Die USA hatten unter Präsident Donald Trump das Abkommen vor gut einem Jahr einseitig aufgekündigt. Trump will den Iran mit Wirtschaftssanktionen zu Verhandlungen über eine deutlich weiter reichende Vereinbarung über sein Atom- und Raketenabkommen zwingen.  „Sie sollten besser vorsichtig sein“, warnte der US-Präsident am Sonntag. Der Iran tue viele schlechte Dinge. „So, wie sie das wollen, würden sie ein automatisches Recht auf den Besitz von Atomwaffen bekommen. Der Iran wird niemals eine Atomwaffe haben.“