Jetzt streiten Briten mit Iran

Politik / 11.07.2019 • 22:49 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das britische Kriegsschiff „HMS Montrose“ begleitete die „British Heritage“ durch die Straße von Hormus. afp
Das britische Kriegsschiff „HMS Montrose“ begleitete die „British Heritage“ durch die Straße von Hormus. afp

Vorfall um britisches Handelsschiff verschärft Spannungen mit Teheran.

london In der Straße von Hormus kam es am Donnerstag zu einem Zwischenfall mit einem Handelsschiff. Laut der britischen Regierung hätten drei iranische Schiffe versucht, den britischen Öltanker „British Heritage“ zu stoppen und ihn „entgegen internationalem Recht“ an der Durchfahrt der Meerenge zu hindern. Der Versuch sei aber gescheitert, teilte London gestern mit. Die iranischen Schiffe seien weggefahren, nachdem ein britisches Marineschiff, das die „British Heritage“ begleitete, Position bezogen habe.

Die Fregatte „HMS Montrose“ der Royal Navy sei gezwungen gewesen, sich zwischen den iranischen Booten und der „British Heritage“ zu positionieren und verbale Warnungen abzugeben, teilte ein Regierungssprecher in London mit. Die iranischen Schiffe hätten daraufhin abgedreht. „Wir sind über diese Aktion beunruhigt und fordern die iranischen Behörden weiterhin dringend auf, die Situation in der Region zu deeskalieren“ hieß es weiter aus London.

Dementi aus Teheran

Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) dementierten hingegen, dass es einen Zwischenfall mit einem britischen Schiff im Persischen Golf gegeben habe. Wenn sie Befehle erhalten hätten, irgendwelche Schiffe zu kapern, hätten sie diese sofort ausgeführt, hieß es in einer Mitteilung der Revolutionsgarden über die teilamtliche Nachrichtenagentur Fars. „In den vergangenen 24 Stunden hatten wir in der Straße von Hormus keinen Zwischenfall mit ausländischen Schiffen, auch nicht mit einem britischen.“ Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sari sagte dazu: „Das Ziel solcher wertlosen Unterstellungen ist lediglich, Spannungen zu provozieren.“ Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Seestraßen. Über die Strecke läuft ein großer Teil des weltweiten Öltransports.

Am Mittwoch hatte Präsident Hassan Rohani Großbritannien mit „Konsequenzen“ wegen der Beschlagnahme eines iranischen Supertankers vor Gibraltar letzte Woche gedroht. Hintergrund war der Verdacht, dass das Schiff für Syrien bestimmtes Öl geladen hatte, was einen Verstoß gegen europäische Sanktionen darstellen würde. Iran protestierte, bestellte den britischen Botschafter ein und forderte, das Schiff weiterfahren zu lassen. Der Oberste Gerichtshof des britischen Überseegebietes hat indes angeordnet, dass das Schiff mindestens bis zum 21. Juli nicht wieder auslaufen darf. Am Donnerstag gab die Polizei zudem bekannt, dass der Kapitän und der Erste Offizier festgenommen wurden.