Barfuß durch das Moor

Politik / 16.07.2019 • 20:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Staatsoberhaupt gab sich im Moor ganz natürlich. vlk/breusS
Das Staatsoberhaupt gab sich im Moor ganz natürlich. vlk/breusS

Bundespräsident zeigte sich vom Naturschutzgebiet in Krumbach begeistert.

krumbach Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat am Dienstag im Rahmen seines Vorarlberg-Aufenthalts anlässlich der Bregenzer Festspiele das Naturschutzgebiet in Krumbach besucht. Lokale Experten erklärten den Nutzen der dortigen Plenterwälder und Moore im Kampf gegen den Klimawandel. Van der Bellen zeigte sich sehr interessiert und „auf den ersten Blick verliebt“ in die Gegend. Die Wälder und Moore der Region seien „schon auf den ersten Blick schön und ästhetisch“, zeigte sich der Präsident begeistert. Dazu komme noch ihr Nutzen gegen die Klimaveränderung.

Gewaltige CO2-Speicher

Als erste Station der Exkursion machte sich Van der Bellen, begleitet unter anderem von seiner Gattin Doris Schmidauer, Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) und den Landesräten Johannes Rauch (Grüne) und Christian Gantner (ÖVP), in eine Moorwiese auf – barfuß, denn das sei für das Ökosystem am schonendsten, wie Hans Willem Metzler, Sachverständiger für Natur- und Landschaftsschutz an der Bezirkshauptmannschaft Bregenz, erklärte. Funktionstüchtige Moore seien gewaltige CO2-Speicher, beschrieb Metzler den Nutzen der Feuchtgebiete für den Klimaschutz. Wenn das Ökosystem aber gestört sei, würden sie zu CO2-Emittenten. Funktionierende Moore, etwa durch Wiederherstellung des Wasserhaushaltes, zu gewährleisten, sei eine sofort umsetzbare Klimaschutzstrategie.

Gesundes Waldsystem

Das Naturschutzgebiet Krumbach ist Teil der Modellregion Vorderwald, einer von 20 Modellregionen, die sich mit der Anpassung an den Klimawandel beschäftigen. Ihr Schwerpunktthema ist der „klimafitte Wald“ – die Region ist geprägt von Plenterwäldern. Diese Wälder gelten als besonders widerstandsfähig gegenüber den Risiken des Klimawandels. Ihre Bewirtschaftung besteht darin, das Holz herauszuschlagen, das systemisch richtig ist, wie Peter Feuersinger, Leiter der Abteilung Forstwesen der Bezirkshauptmannschaften Bregenz und Dornbirn, erklärte. Dazu brauche es qualifizierte Forstarbeiter, die Erntekosten seien etwas höher, aber dafür müsse man nur noch zuschauen, wie sich ein gesundes Waldsystem entwickle. Unter den Exkursionsteilnehmern fand sich auch Grünen-Urgestein Kaspanaze Simma. Er erzählte, wie es vor Jahrzehnten nur ein Gefühl gewesen sei, dass die Drainagierung von Streuwiesen ein zu großer Eingriff in die Natur sei. Dies 30, 40 Jahre später in einem so großen Zusammenhang wie dem Klimaschutz zu sehen, sei spannend. 

„Danach muss man nur noch zuschauen, wie sich ein gesundes Waldsystem entwickelt.“