Neubau nur ohne Ölkessel

23.07.2019 • 05:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Beschluss im September: Im Neubau soll Heizöl verboten werden.

Verbot soll ab 2020 gelten. Weitere 20 Millionen für den Umstieg.

Birgit Entner-Gerhold

WIEN Im Deutschen können Begriffe buchstabengewaltig sein. Ein Beispiel gefällig? „Ölkesseleinbauverbotsgesetz“. Dahinter steckt eine Vorschrift, die ÖVP, FPÖ, Neos und Liste Jetzt im September beschließen wollen. Wie der Name verrät, soll ab 1. Jänner 2020 verboten sein, bei Neubauten fossile Ölkessel einzubauen. „Im Heizungssektor stehen ausreichend kostengünstige klimafreundliche Alternativen zu diesen Anlagen zur Verfügung“, heißt es in der Begründung zum Entwurf. Da neue Heizsysteme  teilweise über 20 Jahre in Betrieb blieben, hätten neue mit fossilen Brennstoffen betriebene Heizkessel „einen weitreichenden negativen Treibhausgasemissionseffekt, der die Energiewende ernsthaft gefährden könnte“, begründen die Parteien.

Keine großen Auswirkungen

Aus Vorarlberger Sicht ist das Verbot nur ein symbolischer Akt. Zwar gibt es laut Energieinstitut keine genauen Zahlen zu Ölheizungen im Neubau. Sie spielten aber de facto keine Rolle mehr, wie die Erfahrung aus der Energieberatung zeige. Ähnliches sagt Karl-Heinz Strele, Innungsmeister der Installateure. Ölheizungen seien im Neubau so gut wie gar nicht relevant. Wenn, dann kämen sie nur noch vereinzelt und in Randlagen vor. Ein Verbot hätte bestimmt keine großen Auswirkungen. In der Wohnbauförderung ist Öl seit 2012 im Neubau ausgeschlossen. 

Der Umstieg von Öl auf andere Heizsysteme wird bereits gefördert. Vor der Sommerpause hat eine Mehrheit der Nationalratsabgeordneten weitere 20 Millionen Euro für den sogenannten „Raus aus dem Öl“-Bonus beschlossen. Wie die VN berichteten, war der Topf seit dem 18. Juni ausgeschöpft. Das heißt: Die vom Bund für März bis Dezember vorgesehenen 42,6 Millionen Euro waren binnen dreieinhalb Monaten aufgebraucht. Drei Prozent oder 182 der 6000 Förderanträge kamen aus Vorarlberg.

Für die restlichen sechs Monate gibt es nun weitere 20 Millionen Euro. „Ob die Fördersätze bei der Aufstockung gleich bleiben oder reduziert werden, ist noch nicht klar“, heißt es im Energieinstitut. Das hat nun das Umweltministerium zu klären. Dieses ließ auf VN-Anfrage aber noch offen, ab welchem Zeitpunkt auf die neuen Fördermittel zugegriffen werden kann. Die Details würden erarbeitet. 

Mehrere 1000 Euro

Bis dato zahlte der Bund 5000 Euro an Hausbewohner, die ihren Ölkessel gegen eine nicht fossile Heizung austauschten. Passierte dies im Zuge einer Haussanierung, gab es weitere 1000 Euro. Das Land fördert den Umstieg ebenso mit bis zu 6000 Euro, auch manche Gemeinden steuern etwas bei. VN-ebi