21.000 Seminarplätze für Vorarlbergs Pädagogen

01.08.2019 • 08:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
 In den Ferien zählte die Pädagogische Hochschule in Vorarlberg über 700 Fortbildungsteilnehmer. APA
In den Ferien zählte die Pädagogische Hochschule in Vorarlberg über 700 Fortbildungsteilnehmer. APA

Rund 700 Lehrer nutzten das Fortbildungsangebot in den Ferien.

Birgit Entner-Gerhold

Wien Schüler und Lehrer sind längst in ihren Ferien. Rund fünf Wochen dauert es noch, bis sie wieder in die Schule müssen. Sieben Wochen später beginnt in Vorarlberg die nächste Auszeit. Ab 2020 soll das in allen Bundesländern der Fall sein. Eine einheitliche Regel für Herbstferien wurde noch von ÖVP und FPÖ abgesegnet, inklusive der Aufforderung, die Lehrer sollen die freie Zeit zur Fortbildung nutzen.

Im Schuljahr 2017/18 haben in Vorarlberg 708 Lehrer eines der Fortbildungsangebote der Pädagogischen Hochschule in der Ferienzeit besucht. Dafür werden die erste und letzte Ferienwoche im Sommer sowie die Herbstferien und Semesterferien genutzt, berichtet Rektor Gernot Brauchle den VN. Während des Schuljahrs finden viele Seminare am häufig unterrichtsfreien Mittwochnachmittag statt. Lehrgänge werden auch oft am Freitag und Samstag geblockt. Die Kurse in der Ferienzeit machen ungefähr zehn Prozent des Angebots aus.

Die Pädagogische Hochschule bietet in Vorarlberg rund 800 Seminare und ein Dutzend Hochschullehrgänge zu Fortbildungszwecken an. Für 20.700 Seminarplätze haben sich 2017/18 rund 26.500 Lehrer und Kindergartenpädagogen angemeldet. Die Hochschullehrgänge wurden von 279 Teilnehmern besucht. Themenschwerpunkte sind unter anderem Sprachförderung, Digitalisierung und Schulentwicklung.

Das neue Dienstrecht schreibt allen Lehrern 15 Stunden Fortbildung außerhalb der Unterrichtszeit vor. Für jene im alten Dienstrecht gelten unterschiedliche Regelungen.

Österreichweit ist die Datenlage zur Lehrerfortbildung eher dürftig. Der Rechnungshof geht in seinem Bericht von 2017 davon aus, dass knapp über zwei Drittel aller Lehrpersonen zumindest an einer Fortbildungsveranstaltung teilgenommen haben. Bei der letzten Pisa-Studie gaben knapp 60 Prozent der Lehrer an, in den vergangenen drei Monaten eine Fortbildung besucht zu haben. Allerdings dominieren laut dem Institut für Bildungsforschung eher Einmal- und Kurzformate. Diese seien weniger effektiv. Das sagt auch PH-Rektor Brauchle: „Wir haben vor zwei, drei Jahren begonnen, die Fortbildungen umzustellen.“ Die PH bietet jetzt mehr dreiteilige Formate an. Zudem setzt sie auf schulinterne Kurse: „Wenn ich eine ganze Schule mit allen Lehrern zu einem bestimmten Thema fortbilde, ist der Effekt spürbarer.“ Ob sich der Anteil an Kursen in den Ferien steigern lässt, traut sich Brauchle nicht zu beurteilen.