Parteien zahlten 1,4 Millionen Euro an US-Onlinegiganten

Politik / 07.08.2019 • 15:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
„Soziale Medien leisten keinen Beitrag zur journalistischen Qualität in Österreich“, kritisiert Eugen Schmidt von Interactive Advertising Bureau Austria.

Österreichischer Interessensverband IAB kritisiert Investitionen.

Wien Die wahlwerbenden Parteien zahlen immer mehr an Facebook, Instagram und Co.  Lagen ihre Ausgaben im Mai bei rund einer halben Million Euro, sind es jetzt 1,4 Millionen, kritisiert das Interactive Advertising Bureau Austria (IAB Austria), das die Interessen der digitalen Onlinemarketing-Industrie in Österreich vertritt. „Soziale Medien leisten keinen Beitrag zur journalistischen Qualität in Österreich, führen hierzulande kaum Steuern ab, schaffen fast keine Arbeitsplätze und sind bei den Machern von Fake-News ebenso beliebt wie bei den wahlwerbenden Parteien. Ihre Ausgabenstrategie ist vor dem Hintergrund der Lippenbekenntnisse zur Stärkung des Digital- und Medienstandorts absolut nicht nachvollziehbar“, hält Eugen Schmidt von IAB Austria fest. Die Parteien würden der heimischen Medien- und Digitalwirtschaft mit ihren Investitionen in US-Dienste 1,4 Millionen Euro entziehen. Eine knappe halbe Million fließe jeweils zu Facebook und Instagram, rund 400.000 Euro zu YouTube. Damit gehe fast die Hälfte der Werbeausgaben für Digitalmedien der wahlwerbenden Parteien an US-Digitalgiganten.

Ausgaben

1,4 Millionen Euro haben die wahlwerbenden Parteien in amerikanische Social-Media-Plattformen investiert.  

353.000 Euro hat die SPÖ seit März an Facebook und Instagram überwiesen. Platz zwei belegt die FPÖ mit 227.000 Euro, Platz drei die ÖVP mit 206.000 Euro und 52.000 zahlten die Neos. An YouTube flossen laut IAB ebenso sechsställige Beträge. Hier sei die FPÖ Spitzenreiter.