China reagiert mit Unmut

Politik / 14.08.2019 • 22:37 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Mitglieder der Protestbewegung entschuldigen sich bei den Touristen. reuters
Mitglieder der Protestbewegung entschuldigen sich bei den Touristen. reuters

Protestler bitten nach Flughafenchaos um Entschuldigung.

hongkong Die Hongkonger Protestbewegung hat für das von ihr verursachte Chaos auf dem internationalen Flughafen um Entschuldigung gebeten. Es tue ihnen leid, dass einige von ihnen aufgewühlt und überreagiert hätten, erklärte sie am Mittwoch. Die Demonstranten hatten am Montag und Dienstag mit ihrem Protest am Hauptterminal des internationalen Flughafens verhindert, dass Flüge starten konnten. Mehr als 300 Verbindungen wurden gestrichen.

Am Mittwoch normalisierte sich der Flugbetrieb, nur noch wenige Demonstranten zeigten sich im Terminal, ohne Passagiere an den Schaltern zu behindern. Die Flughafenleitung erklärte, sie habe eine Einstweilige Verfügung erwirkt, die ausdrücklich Störungen des Betriebs untersagt.

Unterdessen mehrten sich die Zeichen, dass China allmählich die Geduld mit der Protestbewegung ausgeht. Die Demonstranten pochen seit Wochen auf die bei der Übergabe der einstigen britischen Kronkolonie an Peking gemachte Zusage „Ein Land, zwei Systeme“. Auf Satellitenbildern vom Montag waren 500 oder mehr Fahrzeuge der paramilitärischen bewaffneten Volkspolizei in und vor einem Stadion in Shenzhen zu sehen, das nicht weit von Hongkong liegt. Chinesische Staatsmedien haben bislang nur über seit Längerem geplante Übungen berichtet, die nicht direkt mit den Protesten zu tun hätten.

Lam lehnt Dialog ab

Das chinesische Verbindungsbüro in Hongkong warf den Demonstranten am Mittwoch in einer Erklärung vor, „gesetzliche und moralische Grundlinien völlig gebrochen“ zu haben. Die Taten einiger Protestler würden sich „nicht von den Gräueltaten von Terroristen unterscheiden“, hieß darin. Das werde eine Reaktion des Hongkonger Rechtssystems zur Folge haben. Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam sagte, sie lehne einen Dialog mit der Protestbewegung ab, die ihre Heimat in einen Abgrund zu stoßen drohe.