Nordkorea setzt Raketentests fort

Politik / 16.08.2019 • 22:40 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Kim Jong-un beobachtet die Raketentests, die seine Armee durchführt. KCNA
Kim Jong-un beobachtet die Raketentests, die seine Armee durchführt. KCNA

Die Gespräche mit Südkorea sind auf
Eis gelegt.

pjöngjang, Seoul Die regelmäßigen Militärübungen der US-Streitkräfte mit Südkoreas Armee sind Nordkorea ein Dorn im Auge. Darum hat das international isolierte Land seine Raketentests fortgesetzt.

Am Freitag habe die nordkoreanische Armee zwei Raketen mit kurzer Reichweite von der Ostküste aus in Richtung offenes Meer abgefeuert, teilten Südkoreas Streitkräfte mit. Einem Sprecher des Verteidigungsministeriums zufolge dürfte es sich nach ersten Analysen um ballistische Raketen gehandelt haben. Tests mit ballistischer Raketentechnik sind Nordkorea jedoch durch UN-Resolutionen untersagt. Die UN-Resolutionen verbieten Nordkorea, das mehrfach Atombomben getestet hat, den Start von ballistischen Raketen jeglicher Reichweite. Derartige Waffen sind in der Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

Als Grund für die Raketentests nannte das nordkoreanische Komitee für die friedliche Wiedervereinigung des Landes die Manöver, die Südkorea mit den USA laufend abhält. Deswegen, erklärte das Gremium, würden auch keine innerkoreanischen Gespräche mehr stattfinden. Zudem unterstellt Norkorea den USA und Südkorea, durch ihre Manöver die Vernichtung seiner Armee zu üben. Das Komitee für die friedliche Wiedervereinigung des Landes griff dabei insbesondere Südkoreas Präsidenten Moon Jae-in an. Der Staatschef sei ein „unverschämter Kerl, wie man ihn nur selten findet“, wurde ein Sprecher von den Staatsmedien zitiert.

Trump setzt auf Verhandlung

In Südkorea werden die Raketentests des Nachbarn als „Machtdemonstration“ gewertet. US-Präsident Donald Trump äußerte sich bisher zurückhaltend. Er setzt darauf, dass Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un die Verhandlungen über eine Abrüstung des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms wieder aufnehmen will.