Schock und Wut

Politik / 18.08.2019 • 20:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein Mann legt Blumen auf dem Grab eines Verwandten nieder. Reuters
Ein Mann legt Blumen auf dem Grab eines Verwandten nieder. Reuters

Attentat auf Hochzeit mit über 60 Todesopfern in Kabul.

kabul Der verheerendste Anschlag seit Jahresbeginn hat in Afghanistan Schock und Wut ausgelöst. Inmitten einer Hochzeitsgesellschaft sprengte sich ein Selbstmordattentäter in der Hauptstadt Kabul in die Luft und riss dabei mindestens 63 Menschen in den Tod. 182 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der Sprecher des Innenministeriums, Nasrat Rahimi, am Sonntag mit. Videos zeigten verzweifelte Menschen vor der Hochzeitshalle, die Familienmitglieder vermissten.

Zu dem Anschlag bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). In einer am Sonntag verbreiteten Nachricht hieß es, ein Selbstmordattentäter habe bei einer Versammlung von „Häretikern“ – also Abweichlern – eine Sprengstoffweste gezündet. Nach UN-Angaben handelte es sich um eine Hochzeitsfeier von Schiiten, rund 1000 Menschen seien anwesend gewesen. Die sunnitische Terrormiliz IS hat in der Vergangenheit in Afghanistan immer wieder Schiiten angegriffen, die sie als Ungläubige betrachtet.

Präsident Aschraf Ghani drückte den Familien der Getöteten sein tiefstes Mitgefühl aus. Er berief eine Sondersitzung der Sicherheitsbehörden ein und sagte eine für Sonntag in Kabul geplante Wahlkampfveranstaltung ab. Ende September soll die Präsidentschaftswahl stattfinden. Die UN-Mission in Afghanistan verurteilte den Anschlag. Ein bewusster Angriff auf die Zivilbevölkerung sei „empörend und zutiefst beunruhigend“, sagte Tadamichi Yamamoto, der Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs für Afghanistan.  Der Anschlag auf die Hochzeitshalle war der 17. größere Angriff in Kabul seit Jänner. Bei den vorherigen 16 wurden nach Behördenangaben mindestens 113 Menschen getötet und mehr als 700 verletzt. Zu den Angriffen hatten sich zum Teil die Taliban, zum Teil der IS bekannt. Bei einem weiteren Zwischenfall im Norden des Landes wurden am Sonntag zudem mehrere Zivilisten bei der Explosion einer am Straßenrand versteckten Bombe in der Provinz Balch getötet. Zwischen zehn und zwölf Menschen seien dabei ums Leben gekommen, darunter Frauen und Kinder, sagte ein Sprecher der Polizei, Adil Schah Adil.

Selbstgebaute Bomben werden häufig von radikalislamischen Taliban-Kämpfern gelegt, um afghanische Sicherheitskräfte anzugreifen oder Truppenbewegungen zu behindern. Seit Juli 2018 sprechen die USA mit hochrangigen Vertretern der Taliban über eine politische Lösung des langjährigen Konflikts.

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