Solidarität für die Seenotretter

Politik / 19.08.2019 • 20:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auf dem Rettungsschiff „Open Arms“ hörte sich US-Filmschauspieler Richard Gere die Erlebnisse von Geflüchteten an. ap
Auf dem Rettungsschiff „Open Arms“ hörte sich US-Filmschauspieler Richard Gere die Erlebnisse von Geflüchteten an. ap

UN ziehen am Welttag der humanitären Hilfe Bilanz.

bonn, wien Die Zahl der Flüchtlinge ist weltweit auf einen Rekordwert von 70 Millionen gestiegen. Noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg habe es so viele Menschen gegeben, die vor Krieg, Konflikten und Verfolgung geflohen seien, teilte die UN-Flüchtlingshilfe anlässlich des gestrigen Welttags der humanitären Hilfe mit.

Die Fluchtursachen reichten von Krieg und Verfolgung bis hin zu den Folgen des Klimawandels. Die UN-Flüchtlingshilfe mit Sitz in Bonn ist der deutsche Partner des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR).

Auch das Büro des UN-Flüchtlingshochkommissariats in Wien wies auf die Bedeutung von humanitärer Hilfe in den Herkunftsregionen von Geflüchteten hin und appellierte an die zukünftige Bundesregierung, die Mittel zu erhöhen. „Auf die Versprechen der Politik, die Hilfe vor Ort zu erhöhen, sind bisher leider keine maßgeblichen Taten gefolgt“, sagte Christoph Pinter, Leiter von UNHCR Österreich am Montag. Im Gegenteil, Österreich habe die UNHCR-Beiträge in den letzten drei Jahren gekürzt, und zwar von 8,3 Millionen Euro im Jahr 2017 auf 3,2 Millionen Euro im Jahr 2018. Aktuell belaufen sich die Zahlungen Österreichs an UNHCR auf 2,5 Millionen Euro. 

Die Situation auf den Rettungsschiffen im Mittelmeer hat sich weiter verschlechtert. Die spanische Regierung hat der „Open Arms“ mit 107 Migranten an Bord angeboten, die Balearen-Inseln als sicheren Hafen anzufahren. Die spanische NGO Proactiva Open Arms hat jedoch das Angebot abgewiesen, weil die Lage an Bord zu prekär sei, um noch weitere fünf Tage auf See zu verbringen.

Auch die „Ocean Viking“ wartet

Die EU-Kommission rief am Montag alle Beteiligten dazu auf, eine Lösung zu finden. Das Wichtigste sei, dass die Menschen an Land gehen könnten, sagte eine Sprecherin der Brüsseler Behörde. Die Kommission sei mit mehreren EU-Staaten in Kontakt, um die anschließende Verteilung der Migranten zu organisieren. Frankreich, Deutschland, Luxemburg, Portugal, Spanien und Rumänien sind bereit, Menschen aufzunehmen.

Die EU-Kommission hofft bei der „Ocean Viking“ auf das gleiche Maß an Solidarität wie bei der „Open Arms“. Das Schiff von Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée harrt mit 356 Migranten zwischen Malta und Italien auf dem Mittelmeer aus.