Überraschungscoup in Biarritz

Politik / 25.08.2019 • 22:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
G7-Gipfeltreffen mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron als Gastgeber und US-Präsident Donald Trump im Vordergrund. reuters
G7-Gipfeltreffen mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron als Gastgeber und US-Präsident Donald Trump im Vordergrund. reuters

G7-Gastgeber Macron will Bewegung in den Iran-Konflikt bringen.

biarritz Mit Beratungen über die Weltwirtschaft sowie zur internationalen Sicherheitslage haben die Staats- und Regierungschefs aus den sieben wichtigsten Industrieländern den G7-Gipfel im französischen Biarritz am Sonntag fortgesetzt. Differenzen gab es über den Handelskrieg der USA mit China, der die ohnehin schwächelnde Weltwirtschaft bremst. Trump zeigte keine Kompromissbereitschaft, während andere G7-Partner ihre Ablehnung von Strafzöllen als handelspolitisches Werkzeug bekräftigten. Trump spielte die Gegensätze herunter: „Ich denke, dass sie den Handelskrieg respektieren.“

Am Rande des Gipfels haben sich die USA und Japan auf ein bilaterales Handelsabkommen geeinigt. Das verkündeten US-Präsident Donald Trump und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe. Mit der Vereinbarung wollen beide Staaten ihre Märkte jeweils für die Waren des anderen weiter öffnen.

Amazonas-Inferno

Einigkeit zeigten die G7-Staaten angesichts des Flammen-Infernos im Amazonas-Gebiet. Die reichen Industrieländer wollten sich weiter abstimmen, um den betroffenen Ländern rasch zu helfen, kündigte Frankreichs Staatschef und G7-Gastgeber, Emmanuel Macron, an. Es gehe um „technische und finanzielle Mittel“ und Hilfe bei der Aufforstung.

Im Streit der EU mit Boris Johnson stärkte Trump dem britischen Premierminister den Rücken für den Brexit. Bei einem Frühstück mit Rührei und Würstchen stellte Trump Johnson ein schnelles und umfangreiches Handelsabkommen mit den USA in Aussicht.

Iran-Konflikt

Unerwartet traf Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif am Sonntag in Biarritz ein. Die Iran-Krise ist eines der Hauptthemen beim G7-Gipfel, aber mit der US-amerikanischen Delegation werde sich Sarif nicht treffen, informierte das Außenministerium in Teheran. Macron will mit dem Überraschungscoup wieder Bewegung in den gefährlichen Iran-Konflikt zu bringen. Er stellte indes klar, er habe kein formales Mandat der Gruppe, um dem Iran eine Botschaft zu überbringen. Es habe aber Vereinbarungen gegeben.

Keine Einigkeit gab es gestern darüber, ob aus G7 künftig wieder G8 mit Russland werden soll.