Land verkauft Gaisbühel

Politik / 29.08.2019 • 11:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Einstige Lungenheilstätte in Bludesch-Schlins soll um zwei Millionen Euro einen neuen Eigentümer bekommen.

Einstige Lungenheilstätte in Bludesch-Schlins soll um zwei Millionen Euro einen neuen Eigentümer bekommen.

Bludesch, Schlins Einst wurden hinter  den denkmalgeschützten Mauern Menschen mit Lungenkrankheiten behandelt und gepflegt. Nach dem Abwandern der Pulmologie vor elf Jahren wurde es still um das über der Autobahn A14 thronende Gebäude, das zum Familiensilber des Landes zählt. Die Räumlichkeiten und auch das nahe Umfeld werden seither aber nicht nur zum Lagern von Kunst aus Landesmuseum und Kunsthaus genutzt. Seit geraumer Zeit  finden dort auch 100 Asylwerber ein vorübergehendes Zuhause. Über die weitere Nutzung wird seit Langem diskutiert. Und zwar nicht nur in den Walgaugemeinden Bludesch und Schlins, die in dieser Frage beide mitzureden haben. Der Grund: Die noch als Krankenhaus gewidmete Immobilie steht ziemlich genau auf der Grenze der beiden Kommunen.

Verkaufspreis rund zwei Millionen

Im Landhaus macht man kein Geheimnis daraus, dass Gebäude plus Liegenschaftsanteile in absehbarer Zeit veräußert werden. „Es liegen für uns nachvollziehbare und schlüssige Konzepte für die weitere Nutzung und Finanzierung vor und wir führen konkrete Gespräche mit Interessenten. Dabei geht es um den Verkauf der Immobilie und rund zwei Hektar Grundfläche“, bestätigt Karl Fenkart, Leiter der Vermögensabteilung im Landhaus, im VN-Gespräch den baldigen Eigentümerwechsel. Als Basis für den Verkaufspreis nannte er zwei Millionen Euro. Nach eingehender Prüfung der vorgelegten Konzepte werde von der Landesregierung entschieden, wer den Zuschlag erhalte. Was ebenso noch abzuklären sei, sei die Frag der weiteren Unterbringung der Asylwerber. Er gehe aber ungeachtet dessen davon aus, dass ein Verkaufsvertrag noch heuer unterschriftsreif vorliegen werde, schloss Fenkart und verwies auf positive Gespräche mit den betroffenen Gemeinden. 

Verkaufspreis rund zwei Millionen

In Bludesch und Schlins steht man den Plänen jedenfalls positiv gegenüber. „Wir sind bestens involviert in die Gespräche zwischen Land und Interessenten und sind für diese Pläne, wenn es sich um ein gutes Projekt handelt“, erklärt Gabriele Mähr als Bürgermeisterin von Schlins. „Als Gemeinden haben wir nur bei Widmungsfragen mitzureden. Außer Wohnbau stehen wir allem offen gegenüber“, sagt Otmar Meyer, der Bürgermeister Michael Tinkhauser als Vizebürgermeister in Bludesch vertritt. Namen der Interessenten für die Immobilie wollten weder Fenkart, Mähr noch Meyer nennen.

Familie Vögel und Tiroler Mediziner

Recherchen der VN in Landhaus und Gemeinde ergaben, dass es sich um mehrere Interessenten handelt. Einerseits soll es sich um die Unternehmerfamilie Vögel in Bludesch und andererseits um einen Mediziner aus dem benachbarten Tirol handeln. Während Vögel ein Betriebskonzept mit temporärem Wohnen sowie Kleingewerbe und Gastronomie vorgelegt haben soll, hat ein Tiroler Arzt ein Projekt für ein „medizinisches Zentrum mit verschiedenen Disziplinen mit Schwerpunkt Schmerztherapie“ vorgeschlagen. Gute Karten, den Zuschlag zur Umsetzung seiner Pläne zu bekommen, werden Vögel, zu dessen Unternehmen auch die Spedition in Bludesch zählt, eingeräumt.

„Uns liegen Konzepte für die weitere Nutzung vor und wir führen konkrete Gespräche.“

Karl Fenkart, Leiter Vermögensabteilung im Landhaus