Hinter den Kulissen: Von Hardlinern und Absagen

Politik / 31.08.2019 • 08:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ex-Innenminister Herbert Kickl (l.) darf sich offenbar der Unterstützung durch Landesparteichef Christof Bitschi sicher sein . VOL, RAUCH

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Lagerbildung Es gilt im Landhaus als offenes Geheimnis. Bei den Freiheitlichen gibt es drei Lager: jenes von Heinz-Christian Strache (50), jenes von Neo-Parteichef Norbert Hofer (49) und das von Herbert Kickl (50). Die Parteifreundschaft der drei Proponenten soll übrigens auch schon bessere Zeiten erlebt haben. Hofer will um jeden Preis (mit)regieren, Kickl nur, wenn er wieder Innenminister wird und Strache agiert frei nach dem Motto „Mir ist alles wurscht, ich will Rache“, heißt es. Bei Vorarlbergs Blauen scheinen die Zugehörigkeiten geklärt: Parteichef Christof Bitschi (28) und Reinhard E. Bösch (62) werden zum Hardliner-Kickl-Lager gezählt. Klubchef Daniel Allgäuer (55) soll ebenso wie Dieter Egger (50) Hofer die Stange halten. Strache scheint vielfach unten durch zu sein. „Bei uns traut zur Zeit keiner dem anderen über den Weg, alle warten den 29. September ab. Falls Bitschi die Landtagswahl versemmelt, hat er ein Problem. Feinde hat er sich gemacht“, heißt es. Wunsch-Nachfolger: der Hohenemser Stadtchef Egger. Nur mit ihm sehen die Blauen offenbar eine Chance, irgendwann wieder auf der Regierungsbank neben LH Markus Wallner (52, VP) sitzen zu dürfen.

Gerüchte In Vorarlberg treten am 13. Oktober, vorbehaltlich einer Sitzung der Landeswahlbehörde am kommenden Dienstag, zwölf Listen zur Landtagswahl an. VP, FP, SP, Grüne, Neos, Der Wandel, Wir, Männerpartei sowie Heimat aller Kulturen und Xi gehen in allen vier Bezirken an den Start. Die Liste Gilt tritt nur in Feldkirch und die Christliche Partei lediglich in Bludenz, Feldkirch und Bregenz an. Heftig kolportierte Gerüchte, wonach es im Zusammenhang mit den Unterstützungserklärungen rund um Xi-Macher Chris Alge (55) zu Ungereimtheiten gekommen sein soll, werden in der Landeswahlbehörde von Gernot Längle (52) im Landhaus jedoch verneint. Alge („Echte Typen braucht das Land“) konnte also ebenso die in jedem Bezirk vorgeschriebenen 100 Mitstreiter finden.

Verhandlungstourismus Im Frühjahr 2019 dachte der Chefverhandler der Arbeitgeber des Metallerkollektivvertrags, Johannes Collini (66), laut darüber nach, die Kollektivvertragsverhandlungen erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik nicht in Wien, sondern in Vorarlberg durchzuführen. Die Chefverhandler der Gewerkschaften, Rainer Wimmer (65), von der Poge-Arbeiter, und Karl Dürtscher (58) von der Gpa-Angestellte, winkten dankend ab. Es werde auch aus Kostengründen keinen Verhandlungstourismus nach Vorarlberg geben, auch wenn das Land eine Einladung zum Abendessen in Aussicht gestellt hatte. Verhandelt wird daher auch heuer in der Bundeshauptstadt Wien.