Herbert Kickl in Vorarlberg: “Bin so etwas wie ein Schutzpatron”

FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl startete Intensivwahlkampf in Vorarlberg und holt zum verbalen Rundumschlag aus.
Feldkirch Würstel, Bier, blaue Luftballon-Herzen. Der FPÖ-Wahlkampf ist in Vorarlberg angekommen, genauer genommen auf dem Hof von Klubchef Daniel Allgäuer in Feldkirch-Gisingen, wo die FPÖ zum Familienfest eingeladen hat. Das Regenwetter tut der Stimmung im vollen Festzelt keinen Abbruch, das Riedberg Quintett stimmt mit Volksmusik-Hits wie „Joana“ die Besucher im vollen Bierzelt auf die Reden der Parteigranden ein. Mittendrin Klubobmann Herbert Kickl. Die Fans stehen Schlange, um ein Selfie mit dem Ex-Innenminister zu schießen.
„Er ist so sympathisch! Und irgendjemand muss ja unser Land schützen, sonst sind bald nur noch Ausländer hier“, sagt eine junge Frau, die gerade ein Selfie mit Kickl geschossen hat und ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen will.
Unter Applaus betritt FPÖ-Landesparteichef Christof Bitschi die Bühne, der mit anderen Parteien abrechnet: „Unser Weg wird durchaus ein bisschen Gegenwind bringen, denn es ist unpopulär, wenn man den Mächtigen erklärt, wo die Dinge überall nicht laufen. Diesen Gegenwind haben wir in den letzten Wochen und Monaten zu spüren bekommen, wenn die ÖVP mit allen Kräften versucht, gegen uns vorzugehen.“
” Ich bin ein Freund des Zack-Zack, denn Zick-Zack ist das, was die ÖVP macht.”
Herbert Kickl, FPÖ-Klubobmann
Dabei lässt der Landesparteichef auch kein gutes Haar an den Medien: „Glaubt nicht alles, was unsere Freunde bei den Medien immer über uns behaupten, was unsere politischen Mitbewerber über uns verbreiten“, ruft Bitschi, ehe er dem „besten Innenminister aller Zeiten“ Rosen streut und ihn unter Applaus auf die Bühne bittet. Dieser zeigt sich überwältigt: „Ich mache mir schon Sorgen um die Gesundheit des Landeshauptmannes, wenn er erfährt, wie viele von euch heute da sind“, höhnt Kickl.
Generell wird man Kickl bei seinem Auftritt in Gisingen kein geringes Selbstbewusstsein vorwerfen können: Er sei „Staatsfeind Nummer eins“ für die „Eliten“, die „linken Vögel“, für die, „die sich nicht für ihre Heimat einsetzen. Aber für die normalen Leute, diejenigen, die es nicht mehr aushalten, dass man zum Fremden im eigenen Land wird, für die bin ich mit der Freiheitlichen Partei so etwas wie ein Schutzpatron“, zeigt sich Kickl kämpferisch. Überhaupt lasse er sich keinen Maulkorb der „politischen correctness“ anlegen.
Kritik an Asylpolitik
Den Weg zurück in die Bundesregierung will die FPÖ mit traditionellen freiheitlichen Forderungen schaffen, etwa in der Asyl- und Sicherheitspolitik. Das Modell der Willkommenskultur habe laut dem 50-Jährigen nichts als “Unheil und Schaden über den Kontinent” gebracht: „Versprochen wurde uns ganz viel Qualifikation, geliefert wurde uns jede Menge Testosteron.“ Auch die ÖVP bekommt ihr Fett weg: „Ich bin ein Freund des Zack-Zack, denn Zick-Zack ist das, was die ÖVP macht.“ Außerdem verspricht der Klubobmann Steuerentlastung für Familien und Pensionisten, sollte die FPÖ wieder in die Bundesregierung kommen.
Bevor es für Kickl am Nachmittag weiter auf die Dornbirner Messe geht, findet er noch klare Worte in Richtung einiger seiner Kritiker. So bekommen unter anderem seine Cousine Daniela Kickl („gibt Schlauere in der Familie“), Kurz-Unterstützer Vitali Klitschko („spricht zwar kein Deutsch, gibt aber Empfehlungen ab“), Alfred Gusenbauer („Sozialisten-Bonze“) oder das Kabarett-Duo Dirk Stermann und Christoph Grissemann („zwei Witzfiguren“) ihr Fett weg.