SP fordert gleiche Bildungschancen für alle Kinder

Politik / 09.09.2019 • 17:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Bildung beginnt für uns mit dem ersten Lebensjahr“, sagen Landesparteichef Martin Staudinger (l.) und FSG-Gewerkschafter Gerhard Unterkofler.RIEPLER/SP

Kleinkindbetreuung und Kindergärten sind aus Sicht der Sozialdemokraten Bildungsstätten. Der Zugang müsse so wie bei der Schule ohne finanzielle Barrieren möglich sein.

Bregenz Vorarlbergs Sozialdemokraten präsentieren unter dem Titel „Lebenschance Bildung“ ihr Wahlprogramm zum Thema Bildung. Für die Entwicklung der Kinder komme neben der elterlichen Liebe und Fürsorge der Kleinkindbetreuung und dem Kindergarten eine besondere Bedeutung zu. „Daher setzen wir uns für die beste Qualität dieser Einrichtungen ein, sowohl bei der Infrastruktur als auch beim Personal“, betont Landesparteichef Martin Staudinger. „Das beste Angebot nützt allerdings nur bedingt, wenn es zu wenig davon gibt oder wenn es zu teuer ist. In Vorarlberg ist leider beides der Fall. So haben wir bundesweit die zweitmeisten Schließtage bei den Betreuungseinrichtungen für Kinder. Für viele berufstätige Eltern stellen die Sommerferien eine enorme organisatorische Herausforderung dar. Wenn es dann gar um mehrere Kinder geht, die verschiedene Einrichtungen mit verschiedenen Schließtagen besuchen, ist das Chaos perfekt. Wir sagen daher: Schließtage deutlich reduzieren.“

Überregionale Kooperationen mit Universitäten

Aus der Sicht von Staudinger und Pflichtschulgewerkschafter Gerhard Unterkofler stellt die verschränkte Ganztagsschule auch für die Kinder die beste Variante dar. Zu unnötigem Druck führe hingegen die frühe Trennung in Mittelschul- und Gymnasiumsschüler. „Für Kinder und Eltern ist es eine große Belastung, dass diese Selektion bereits im vierten Volksschuljahr geschieht“, kritisiert Unterkofler. Und die Volksschule benötige ein Zweilehrersystem für kleinere Gruppen oder Teamteaching. „Unser Ziel ist, die hohe Anzahl an Schulabbrechern auf null zu reduzieren. Alle Kinder und alle jungen Erwachsenen müssen hierzulande eine Perspektive haben und verstehen, warum sich Bildung lohnt. Eine Schulklasse kann nur wirklich gut funktionieren, wenn sie pädagogisch gut durchmischt ist.“ Darüber hinaus schwebt den Sozialdemokraten keine Voll-Universität vor. „Studienfächer wie Medizin, Rechtswissenschaften sowie eine universitäre Eingliederung der bereits bestehenden Pädagogischen Hochschule wären zielführend und würden das Angebot der Fachhochschule Dornbirn ergänzen“, sagt Staudiger.

Ethikunterricht für alle Schüler

Denkbar ist für Staudinger und Unterkofler auch eine überregionale Kooperation mit bestehenden Universitäten in Deutschland oder der Schweiz. „Was spricht dagegen, in Vorarlberg eine Filiale der ETH Zürich zu haben?“ Darüber hinaus treten die Sozialdemokraten für ein Schulfach „Politische Bildung“ und einen Ethikunterricht für alle ein. „Ethikunterricht soll kein Ersatz für den Religionsunterricht sein, sondern Regel für alle Schüler einer Klasse“, meint Unterkofler. „Gerade Schülern verschiedener Religionszugehörigkeiten sollen gemeinsame ethische Werte vermittelt werden.“