„Engpässe im Gesundheitssystem“

Politik / 10.09.2019 • 20:19 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ärztkammer-Präsident Thomas Szekeres verlangt höhere Gesundheitsausgaben.APA
Ärztkammer-Präsident Thomas Szekeres verlangt höhere Gesundheitsausgaben.APA

Ärztekammer klagt über Personalnot und fehlendes Geld.

Wien Die Ärztekammer fordert von der künftigen Regierung mehr Geld für das Gesundheitssystem. Präsident Thomas Szekeres verlangte am Dienstag eine Steigerung der Gesundheitsausgaben von derzeit 10,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts mittelfristig auf zwölf bis 13 Prozent. Damit würde Österreich in den Bereich von Deutschland oder der Schweiz kommen.

Bei einer wachsenden und älter und damit auch kränker werdenden Bevölkerung sei der medizinische Fortschritt nur mit mehr Personal zu bewältigen. Engpässe gebe es nicht nur im niedergelassenen Bereich, auch im Spital sei man mit einer Verknappung des Personals konfrontiert. Vizepräsident Johannes Steinhart bekräftigte in diesem Zusammenhang die Forderung nach 1300 zusätzlichen Kassenärzten. Um die Spitäler zu entlasten, braucht es laut Ärztekammer ebenso einen „Steuerungsmechanismus“. Die Patienten sollten zuerst zum Hausarzt oder einer dem Spital vorgelagerte Ambulanz gehen. Im Wiener AKH funktioniere es mit einer solchen Ambulanz bereits, die 40.000 Patienten pro Jahr abfange. 

Ein Eingreifen der Politik fordert Szekeres gegen ein zunehmendes Interesse privater Investoren an Ärztezentren, deren primäres Ziel die Gewinnmaximierung sei. Er verlangt gesetzliche Einschränkungen in Bezug auf die Übernahme des ambulanten Bereichs durch Konzerne. In Deutschland habe eine Kaffeekette schon Zahnarztpraxen übernommen. Beim Rauchverbot kann sich der Präsident eine Ausdehnung von der Gastronomie auch auf das Auto oder Kinderspielplätze vorstellen.

Skeptisch zeigte sich Steinhart bezüglich der Kassenreform und der Zusammenlegung der Gebietskrankenkassen zur Österreichischen Gesundheitskasse. Er kündigte zwar die Mitarbeit der Ärztekammer an, um die bestehenden Chancen nutzen zu können. Gleichzeitig warnte er aber auch vor Risiken, wie etwa „versteckten Einsparungen“.