Von der Leyen stellt neue EU-Kommissare vor

Politik / 10.09.2019 • 20:41 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Johannes Hahn freut sich darüber, dass ihm die designierte EU-Kommissionschefin ein „Schlüsselressort für die Zukunft Europas“ zuteilen will. apa
Johannes Hahn freut sich darüber, dass ihm die designierte EU-Kommissionschefin ein „Schlüsselressort für die Zukunft Europas“ zuteilen will. apa

Johannes Hahn freut sich über die Zuteilung des Budgetressorts.

brÜssel Die designierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat am Dienstag die neuen EU-Kommissare und die Verteilung der Aufgaben in der 32.000 Mitarbeiter starken Behörde vor. Insgesamt zählt die Kommission 27 Mitglieder. Davon werden 13 Frauen und 14 Männer sein. Das vor dem EU-Austritt stehende Großbritannien nominierte keinen Vertreter. 

Bei der Besetzung der Topjobs der Brüsseler Behörde geht von der Leyen die Erwärmung der Erde und den digitalen Wandel an. Die neuen EU-Kommissare müssen noch als gesamtes Gremium vom EU-Parlament bestätigt werden, bevor die Arbeit der neuen Kommission am 1. November offiziell beginnt.

Die wichtigsten Themen sollen federführend von den beiden erfahrenen Kommissaren Frans Timmermans und Margrethe Vestager betreut werden. Die Französin Sylvie Goulard übernimmt Industriepolitik und Verteidigung in der neuen EU-Kommission. Damit soll die Bedeutung der Verteidigung gestärkt und die Raumfahrt aufgebaut werden. Wie die von der Leyen am Dienstag in Brüssel weiters sagte, bleibt der Lette Valdis Dombrovskis weiter als EU-Kommissar für Finanzdienstleistungen zuständig. Der Ire Phil Hogan übernimmt in der neuen EU-Kommission die Zuständigkeit für Handel. Der Italiener Paolo Gentiloni wird neuer Wirtschaftskommissar. Vestager behält zudem den Wettbewerbsbereich.

Österreichs EU-Kommissar Johannes Hahn (ÖVP) betreut das EU-Budget. Bisher war der 61-Jährige für EU-Erweiterung und EU-Nachbarschaftspolitik zuständig. Hahn freute sich über „ein Schlüsselressort für die Zukunft Europas“, wie er in einer Stellungnahme mitteilte. Das Budget ist für Hahn „in Zahlen gegossene Politik“. Das werde ihm die Möglichkeit geben, die von den Staats- und Regierungschefs beschlossenen politischen Prioritäten umzusetzen.

Bierlein zufrieden

Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein und Außenminister Alexander Schallenberg begrüßten die Zusammensetzung und den „ausgewogenen Personalvorschlag“ für die zukünftige EU-Kommission. Mit dem Dossier „Budget und Administration“ für den von Österreich einstimmig nominierten Kommissar Hahn komme diesem eine verantwortungsvolle Rolle zu.

Die neuen EU-Kommissare

Vizepräsidenten

Frans Timmermans Niederlanden, Sozialdemokrat, Klimawandel und Digitales.

Margrethe Vestager Dänin, Liberale, Digitalisierung und Wettbewerb.

Valdis Dombrovskis Lettland, Konservativer, Finanzdienstleistungen

Josep Borrell Spanien, Sozialdemokrat, EU-Außenbeauftragter

Maros Sefcovic Slowakei, Sozialdemokrat, Interinstitutionelle Beziehungen

Vera Jourova Tschechien, Liberale, Werte und Transparenz

Dubravka Suica Kroatien, Konservative, Demokratie und Bevölkerung

Margaritis Schinas Griechenland, Konservativer, Schutz des Europäischen Lebensmodells

 

Weitere Kommissare

Johannes Hahn Österreich, Konservativer, Budget und Verwaltung

Paolo Gentiloni Italien, Sozialdemokrat, Wirtschaft

Didier Reynders Belgien, Liberaler, Justiz

Mariya Gabriel Bulgarien, Konservative, Innovation und Jugend

Kadri Simson Estland, Liberale, Energie

Jutta Urpilainen Finnland, Sozialdemokratin, Internationale Partnerschaft

Sylvie Goulard Frankreich, Liberale, Industriepolitik und Verteidigung, Digitaler Binnenmarkt und Weltraum

Phil Hogan Irland, Konservativer, Handel

Virginijus Sinkevicius Litauen, Grüne, Umwelt und Meere

Nicolas Schmit Luxemburg, Sozialdemokrat, Arbeit

Helena Dalli Malta, Sozialdemokratin, Gleichstellung

Janusz Wojciechowski Polen, National-Konservativer, Landwirtschaft

Elisa Ferreira Portugal, Sozialdemokratin, Kohäsion und Reformen

Rovana Plumb aRumänien, Sozialdemokraten, Verkehr

Janez Lenarcic Slowenien, parteiloser Diplomat, Krisenmanagement

Ylva Johansson Schweden, Sozialdemokratin, Inneres

László Trócsányi Ungarn, Konservativer, Erweiterung und Nachbarschaft

Stella Kyriakidou Zypern, Konservative, Gesundheit