Grüne fordern gleiche Startchancen für jedes Kind

Politik / 16.09.2019 • 19:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
NR-Wahlkandidatin Nina Tomaselli (l.) und LR Katharina Wiesflecker stellten ein Modell für Kindergrundsicherung vor.

Neues Konzept soll für Kindergrundsicherung sorgen.

Bregenz „Die türkis-blauen Kürzungen der Sozialhilfe werden Familien in Vorarlberg massiv treffen, wir Grüne präsentieren daher einen Gegenentwurf, mit dem wir allen Kindern eine eigenständige Kindergrundsicherung garantieren“, betonten Grünen-Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker und Nationalratswahl-Spitzenkandidatin Nina Tomaselli am Montag bei einer Pressekonferenz vor der Bezirkshauptmannschaft Bregenz. „Um armutsgefährdeten Kindern einen gerechten Start zu ermöglichen, braucht es eine eigenständige Kindergrundsicherung, die allen Kindern Unterstützung und soziale Teilhabe garantiert, egal wie hoch das Einkommen der Eltern ist!“, so Wiesflecker. In Vorarlberg sind rund 18 Prozent, also mehr als 10.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren gefährdet, in die Armut abzurutschen. „Armut heißt nicht nur knappe finanzielle Mittel.  Armut bedeutet viel mehr ein Mangel an sozialer Teilhabe und Bildungschancen. Es ist zutiefst ungerecht, wenn die Herkunft über die Zukunft der Kinder entscheidet und nicht das, was in ihnen steckt“, sagt Tomaselli. Deshalb brauche es eine Weiterentwicklung des Sozialsystems, das Kinderarmut reduziert und gar nicht erst entstehen lässt.

Soziale Staffelung der Tarife

Das grüne Modell der Kindergrundsicherung ist ein Mix aus Geld- und Sachleistungen. „Jedes Kind erhält finanzielle Unterstützung in der Höhe von monatlich 240 Euro. Je nach Einkommen der Eltern wird dieser Garantiebetrag bis zum Existenzminimum ergänzt“, sagt Wiesflecker.  Mit der Kindergrundsicherung sollen zahlreiche Anträge unnötig werden. Das erspare den Familien Zeit, der Verwaltung Kosten und baue Unsicherheiten ab. Darüber hinaus fordern die Grünen als Sachleistungen Investitionen in Zugang zu Bildung, mehr Ganztagsklassen sowie gesundes Essen. „In der Kinderbetreuung ist ein wesentlicher Schritt bereits gelungen. Mit der sozialen Staffelung der Tarife konnten wir genau die Zielgruppe erreichen, die von Armut bedroht ist: Alleinerziehende, kinderreiche Familien und Familien mit Migrationshintergrund. Für diese Kinder sind die Betreuungseinrichtungen erste Bildungsstätten, den Eltern wird ermöglicht, rasch wieder in das Erwerbsleben einzusteigen.“