Juraprofessor und Unternehmer in tunesischer Stichwahl

Politik / 17.09.2019 • 17:07 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Medienmogul Nabil Karoui (l.) und Rechstprofessor Kais Saied gehen in die Stichwahl. AFP

Der Jus-Professor Kais Saied hat die erste Runde der Präsidentschaftswahl in Tunesien gewonnen.

Tunis Eine Stichwahl zwischen einem bislang wenig bekannten Rechtsprofessor und einem inhaftierten Medienunternehmer wird entscheiden, wer nächster Präsident Tunesiens wird. Wie die Wahlkommission am Dienstag mitteilte, bekamen der Rechtsgelehrte Kais Saied und Unternehmer Nabil Karoui bei der ersten Runde am Sonntag die meisten Stimmen von den insgesamt 26 Kandidaten.

Saied erhielt demnach 18,4 und Karoui 15,5 Prozent. Ein Termin für die Stichwahl wurde noch nicht festgelegt.

Keiner der beiden für die Stichwahl qualifizierten Kandidaten hat bisher ein politisches Amt bekleidet. Sie setzten sich gegen zwei Ministerpräsidenten und dem Kandidaten der stärksten Partei im Parlament, der moderaten islamistischen Partei Ennadha, durch.

Karouis Anwälte wollen seine Freilassung vor der Stichwahl erreichen. Dem Unternehmer werden Steuervermeidung und Geldwäsche vorgeworfen. Es hat das zurückgewiesen und sich als Opfer einer Verleumdungskampagne bezeichnet.

Es ist die zweite demokratische Präsidentschaftswahl, seit der autokratische Herrscher Zine El Abidine Ben Ali 2011 bei einem Volksaufstand gestürzt wurde, der auch den Arabischen Frühling auslöste.

Die vorgezogene Präsidentschaftswahl folgte auf den Tod des ersten demokratisch gewählten Präsidenten von Tunesien, Beji Caid Essebsi, im Juli. Am 6. Oktober stehen zudem Parlamentswahlen an. AP