Millionensegen für eine historische Stätte

Politik / 23.09.2019 • 07:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Knapp 3,3 Millionen Euro stehen für Umbau- und Adaptierungsmaßnahmen in der Landesbibliothek bereit. VN/STEURER

Landesregierung fasste Projektbeschluss und gab grünes Licht für umfassende Umbau- und Adaptierungsarbeiten bei Landesbibliothek.

Bregenz Aus der Taufe gehoben wurde die Einrichtung vor knapp 115 Jahren.  Die Rede ist von der Landesbibliothek, die im Rahmen des Vorarlberger Landesarchivs 1904 gegründet wurde. Den heutigen Standort im ehemaligen Benediktinerstift St. Gallus bezog die Bibliothek im Jahre 1985. Dass nicht nur in Zeiten einer Digitalisierung in Sachen Modernisierung etwas getan werden muss, liegt nicht nur für Historiker auf der Hand. Jetzt hat die Landesregierung einen Projektbeschluss gefasst und wird 3,3 Millionen Euro für Umbau- und Adaptierungsarbeiten der historischen Stätte bereitstellen. Dies bestätigten LH Markus Wallner, Hochbaureferent und Statthalter Karlheinz Rüdisser und Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink. „Alle Seiten werden profitieren, Mitarbeiter ebenso wie die vielen Nutzer“, ist die für Wissenschaft und Weiterbildung zuständige Landesrätin überzeugt.

Baufertigstellung im April 2021

In einem ersten Schritt sollen der Eingangsbereich und Teile des Erdgeschoßes und ersten Obergeschoßes adaptiert und umgebaut werden. Das Erdgeschoß soll künftig eine moderne Infothek mit Rechercheplätzen, Backofficebereiche sowie eine attraktive Kommunikationszone erhalten. Auch der Zutritt ins Gebäude und der Zugang zum Kuppelsaal sollen im Sinne der Besucher verbessert werden. Im ersten Obergeschoß sollen westseitig ein neuer Lesesaal mit Gruppenarbeitsräumen und eine Mediathek eingerichtet werden. Die in die Jahre gekommenen Sanitäranlagen werden im Zuge der Umbau- und Adaptierungsmaßnahmen ebenfalls saniert werden. Die Baufertigstellung ist für April 2021 geplant.

„Die Aufenthaltsqualität wird sich stark verbessern“, ist Wallner überzeugt. „Die geplanten Neuerungen werden sich positiv auf die Arbeitsplatzsituation der engagierten Mitarbeiter auswirken und die Besucher werden sich leichter orientieren können. Insgesamt wird die Servicequalität deutlich erhöht.“ Davon ist auch Hochbaureferent Rüdisser überzeugt: „Der latente Platzmangel, die unbefriedigende Raumakustik und die ergonomisch nicht mehr zeitgemäßen Arbeitsplätze werden nach den umfassenden Arbeiten Geschichte sein.“ Ausdrücklich begrüßt wird die Modernisierung erwartungsgemäß von der Bildungslandesrätin.

Umbruch vom Analogen zum Digitalen

„Damit die  Vorarlberger Landesbibliothek als modernes Informations-, Dokumentations- und Kommunikationszentrum und als wichtiges Fundament im wissenschaftlichen Netzwerk des Landes ihre vielfältigen Aufgaben für die Gesellschaft weiter gut erfüllen kann, ist eine entsprechende Infrastruktur unerlässlich“, betont Schöbi-Fink. Erklärtes Ziel der Arbeiten sei es, die bedeutende Landeseinrichtung so benutzerfreundlich wie möglich zu gestalten.

Für die Leiterin der Bibliothek, Marion Kaufer, ist das Projekt eine Antwort auf neueste Entwicklungen. „Ausgelöst durch den Medienwandel durchleben insbesondere Bibliotheken spürbare Umbrüche vom Analogen hin zum Digitalen. Nicht nur in ihren Angeboten, sondern auch im Verhalten der Benutzer. Diesen Umbrüchen sollte auch baulich Rechnung getragen werden“, erklärt Kaufer. Für sie ist die Landesbibliothek ein wesentliches Bildungsfundament zur Gestaltung und konstanten Weiterentwicklung einer chancenreichen Region wie Vorarlberg.