Hintergrund: Inhaltliche Standpunkte ausschlaggebend

Politik / 29.09.2019 • 19:07 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
APA

Nur bei NEOS waren TV-Auftritte der Spitzenkandidatin wichtiger.

Wien Die inhaltlichen Standpunkte waren bei den Wählern aller Parteien der Hauptgrund für die Wahlentscheidung, lediglich bei den NEOS waren Spitzenkandidatin Beate Meinl-Reisinger und ihre Auftritte im Fernsehen wichtiger. Das ergab eine Wahltagsbefragung des SORA-Instituts für den ORF. Nur die FPÖ- und ÖVP-Wähler waren laut der Umfrage mit der türkis-schwarzen Regierung mehrheitlich zufrieden.

Das SORA-Institut hat von 25. bis 29. September rund 1.200 Personen telefonisch befragt. Hinter den inhaltlichen Standpunkten zeigt sich in der SORA-Umfrage ein ähnliches Bild wie bei der Wahltagsbefragung von Peter Hajek für ATV. Bei der ÖVP war demnach Sebastian Kurz für 18 Prozent der Wähler der Hauptgrund für die Wahlentscheidung und damit das zweitwichtigste Motiv. Dahinter folgt die bisherige Arbeit der Partei (13).

Bei der SPÖ war „Stammwähler“ (14) an der zweiten Stelle vor Spitzenkandidatin Pamela Rendi-Wagner (9). Bei der FPÖ wollten die Wähler abseits der Inhalte vor allem die „ÖVP-FPÖ-Koalition wieder ermöglichen“ (14) und waren der Meinung, der FPÖ „wurde Unrecht getan“ (12). Bei den Grünen war der Wiedereinzug in den Nationalrat das zweitwichtigste Wahlmotiv (16) vor der Glaubwürdigkeit der Partei (12).

Mit der Arbeit der türkis-blauen Regierung waren insbesondere die FPÖ-Wähler zufrieden. Von ihnen gaben 92 Prozent an, zumindest „ziemlich zufrieden“ zu sein. Bei der ÖVP waren immerhin 89 Prozent damit zufrieden. Die Wähler der Oppositionsparteien waren wenig überraschend nicht glücklich mit der Arbeit der Regierung. Besonders unzufrieden zeigten sich die Grün-Wähler (97 Prozent), aber auch bei SPÖ (93) und NEOS (63) war man wenig zufrieden.

Wenig überraschend waren laut SORA auch die Themen, die die Wähler im Wahlkampf am meisten diskutiert haben: Klima- und Umweltschutz war demnach bei den Grün-Wählern (81 Prozent) das Top-Thema. Aber auch bei den NEOS stand es gleichauf mit der Bildung (44) an der Spitze. Die FPÖ-Wähler diskutieren überwiegend über Zuwanderung (69) und Sicherheit (54), bei der SPÖ standen Käuflichkeit der Politik (43) und ebenfalls Umwelt- und Klimaschutz (42) im Vordergrund. Bei der ÖVP sprach man hingegen vor allem über Pflege und Gesundheit (28) sowie Wirtschaft (26).