Johannes Huber

Kommentar

Johannes Huber

Kurz allein

Politik / 29.09.2019 • 19:02 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Sebastian Kurz führt die ÖVP allein. Mit großen Wahlerfolgen, wie man sieht. Jetzt hat er die Chance, auch Österreich allein zu führen. Der einzige Partner, der für die „ordentliche Mitte-Rechts-Politik“, die er möchte, infrage kommt, ist ihm abhanden gekommen; die FPÖ ist k.o. Also liegt eine türkise Minderheitsregierung auf der Hand. Gestürzt werden würde sie auf absehbare Zeit nicht. Das hieße Neuwahlen und darauf wird die FPÖ, aber auch die SPÖ, vorerst keine Lust haben.

Das SPÖ-Debakel ist historisch. Es hat sich abgezeichnet: Pamela Rendi-Wagner konnte nicht einmal ernsthaft als Kanzlerkandidatin antreten; zu aussichtslos war das. So etwas hatten die Genossen seit 1945 noch nie erlebt. Sie waren es gewöhnt, sich die Macht mit der ÖVP zu teilen. Doch darauf können sie nicht einmal mehr hoffen: Zu klein sind sie geworden.

Ja, die SPÖ muss aufpassen, nicht von den Grünen überholt zu werden. Deren Stärke ist Leidenschaft und das Thema „Klimaschutz“. Vor allem Jungen brennt das unter den Nägeln. Sie wollen Einsatz; und den bekommen sie von der Ökopartei mehr als von allen übrigen Parteien zusammen, die Neos vielleicht ausgenommen.

Und was wird längerfristig aus der FPÖ? Totgesagte leben länger. Die FPÖ hat immer Zukunft. Nicht in der Regierung, aber in der Opposition. Sie ist die Antisystempartei, die sich Protestwählern anbietet.