Massenflucht von der FPÖ zur ÖVP

Politik / 29.09.2019 • 23:19 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Analyse zeigt, welche Partei welche Wähler verloren und zurückgewonnen hat.

Wien Die ÖVP hat ihre Zugewinne vor allem abtrünnigen FPÖ-Wählern zu verdanken. 258.000 Personen, die 2017 noch die Freiheitlichen wählten, stimmten heuer für die ÖVP. Aus 74.000 roten Wählern wurden türkise. 83.000 ÖVP-Wähler wechselten hingegen zu den Neos und 54.000 zu den Grünen, wie die Wählerstromanalyse zeigt, die das Meinungsforschungsinstitut SORA für den ORF erstellt hat. Die Experten listen darin die Wählerwanderungen auf, die im Vergleich zur Nationalratswahl 2017 stattgefunden haben.

Die SPÖ konnte demnach nur 68 Prozent ihrer Wähler von 2017 halten. 193.000 wechselten zu den Grünen. Von den Freiheitlichen holten die Sozialdemokraten 36.000 Stimmen. 45.000 der heurigen SPÖ-Wähler hatten sich 2017 nicht an der Wahl beteiligt oder waren nicht stimmberechtigt.

Großes Nichtwählerlager

Die FPÖ hat nur 54 Prozent ihrer Wähler von 2017 auch heuer wieder überzeugt. Dazugekommen sind 27.000 Stimmen, die beim vergangenen Wahlgang noch an die SPÖ gingen. Das Wahldebakel für die Freiheitlichen zeichnet sich in zwei Bereichen deutlich ab. Zum einen gab es eine Massenflucht zur ÖVP. 258.00 Blaue wurden Türkis. 230.000 ehemalige FPÖ-Wähler  gingen gar nicht wählen.

Die Grünen verdanken ihren triumphalen Wiedereinzug in den Nationalrat laut SORA unter anderem den ehemaligen SPÖ-Wählern von 2017. 193.000 jener Wähler, die einst für die Roten unter Christian Kern gestimmt hatten, machten heuer ein Kreuz bei der Partei von Werner Kogler. Die Grünen erhielten auch jeweils rund 90.000 Stimmen von früheren Neos- und Jetzt-Sympathisanten. 

Die Neos haben 55 Prozent ihrer Anhänger von 2017 behalten. Dass es trotz der Verluste an die Grünen dennoch zu einem Zugewinn gekommen ist, verdanken sie vor allem abtrünnigen ÖVP-Wählern.

Die Liste Jetzt hat ihre Stimmen von 2017 vor allem an Grüne, Neos und Nichtwähler verloren.