„Politik ist ein ganz schmutziges Geschäft“

Politik / 29.09.2019 • 19:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Am Stammtisch: Gerwald, Helmuth, Bruno und Rudolf (v. l.) würden sich weniger Korruption und mehr Ehrlichkeit in der Politik wünschen. 
Am Stammtisch: Gerwald, Helmuth, Bruno und Rudolf (v. l.) würden sich weniger Korruption und mehr Ehrlichkeit in der Politik wünschen. 

Am Stammtisch im Café Ulmer ging es am Sonntagvormittag hoch her.

Dornbirn Klaus (77) ist direkt vom Wahllokal ins Café Ulmer auf einen Kaffee gekommen. Er will künftig aber nicht mehr wählen gehen. „Ich habe bisher immer gewählt, weil für mich die Demokratie ein hohes Gut ist. Aber inzwischen bin ich so politikverdrossen, dass ich meine Stimme gar nicht mehr abgeben möchte.“ Der pensionierte Sozialpädagoge ist der Meinung, dass die Demokratie in Österreich bedrohlich ins Wanken gekommen ist und das Niveau unserer Politiker unerträglich ist. „Es gab integre Politiker. Aber die sind alle schon gestorben.“ Einzig von den Kommunalpolitikern hält er noch etwas. „Die sind nahe am Volk und halten jeden Tag ihren Kopf hin.“ Die anderen hingegen seien abgehoben. „Die machen auf unsere Kosten Urlaub in einem Nobelhotel auf Ibiza.“

Das Stichwort Ibiza ruft Rudolf (81) auf den Plan, der ebenfalls Stammgast im Café Ulmer ist. „Politik ist ein ganz schmutziges Geschäft, weil jeder nur auf seine Geldbörse schaut. Fürs Geld tun die Politiker alles.“ Rudolf weiß von einem Kommunalpolitiker, der seinem Sohn mit folgenden Worten von der Politik abriet. „Lass die Hände von der Politik. Sie ist eine Hure.“ Nach einer kurzen, mit Bedacht gewählten Pause fügt Rudolf hinzu: „Die Hure ist die Ibiza-, die Schredder-, die Spenden- und die Spesenaffäre.“ Diese Aussage veranlasst Gerwald (70) dazu, mit ihm anstoßen. „Du hast recht Rudolf, alle Politiker sind Spitzbuben.“ Gerwald würde sich weniger Korruption und mehr Ehrlichkeit in der Politik wünschen. „Wenn ich in der Firma Fehler machte, wurde ich zur Verantwortung gezogen. In der Politik bekommen sie dafür noch einen besseren Job“, zeichnet auch er kein gutes Bild von der österreichischen Politik. Trotzdem hat er von seinem Stimmrecht Gebrauch gemacht. „Ich bin froh, dass ich wählen darf. Es gibt Länder, wo auch heute noch demokratische Wahlen undenkbar sind.“ Stefan (61) ist der Einzige am Stammtisch, der nicht zur Wahlurne gegangen ist. Der Mann, der 40 Jahre am Bau arbeitete, gibt seine Stimme schon seit 20 Jahren nicht mehr ab, weil er sich nie gut vertreten fühlte. Einmal wurde er sogar gestraft dafür, dass er der Wahl fern blieb. „Damals gab es noch die Wahlpflicht. Ich hatte Nachtschicht und verschlafen. Ich musste 3000 Schilling Strafe zahlen.“ Auf die Frage, welcher Partei er sich zugehörig fühle, antwortet er scherzhaft: „Ich habe rot gewählt, schwarz gearbeitet und blau kassiert. Deswegen bin ich auf einen grünen Zweig gekommen.“ 

Auch Brigitte (54) rückt nicht damit heraus, welche Partei für sie wählbar ist. Aber sie gibt zu, dass sie mit der ÖVP geliebäugelt hat. Doch dann las sie auf der Website von Sebastian Kurz etwas, das sie aufregte: „Jemand, der arbeiten geht, soll mehr bekommen als jemand, der nicht arbeiten geht. Leistung muss sich lohnen.“ Daraufhin sah sie sich genötigt, Kurz zu schreiben: „Ich arbeite zu Hause mit einer beeinträchtigten Tochter, einem schwerst beeinträchtigen Sohn und einem Gymnasiasten. Ich kann als Pädagogin nicht arbeiten. Denn meine Kinder brauchen mich. Ich bringe seit 19 Jahren jeden Tag Leistung. Trotzdem werde ich später nur eine Mindestpension bekommen. Vielleicht lohnt sich diese Leistung nicht?“ Brigitte erwartete eine Antwort. „Aber es kam nichts zurück.“

„ntrasf asf adf asdfasdf asfasdf asddf f as asddf asdf asd sdfasdf asdf asd sad asdf asdf.“