Rekordabstand zwischen ÖVP und SPÖ: Erstmals zweistellig

Politik / 29.09.2019 • 18:27 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
APA

Die ÖVP ist der SPÖ mit dieser Wahl so weit davongezogen wie nie zuvor. 15 Prozentpunkte liegt die ÖVP laut den Hochrechnungen vor der SPÖ.

Wien Erstmals ist der Abstand zwischen den beiden Traditionsparteien zweistellig, und das mehr als deutlich: Um 15 Prozentpunkte liegt die ÖVP laut den Hochrechnungen vor der SPÖ. Der bisher größte Abstand waren 5,79 Prozentpunkte im Jahr 2002, als die ÖVP erstmals seit 1966 wieder Erste geworden war. Insgesamt war der Stimmenanteil der Volkspartei in den 23 Wahlen der Zweiten Republik nur achtmal größer als der der SPÖ – aber 1953 und 1959 bekam sie dank der Wahlarithmetik mehr Mandate und stellte den Kanzler der damaligen Großen Koalitionen.

Eine zweistellige Differenz zwischen den beiden Parteien gab es nur einmal – im Jahr 1990. In dieser ersten Wahl nach der Wiederbelebung der Großen Koalition, in der die FPÖ mit Jörg Haider erstmals massiv zulegte, hielt sich die SPÖ noch recht gut, während die ÖVP mit Josef Riegler ein massives Minus einfuhr.

Erfreulich entwickelt hat sich für die SPÖ hingegen der Abstand zur FPÖ. Dieser war 2017 schon auf 0,89 Prozentpunkte geschmolzen. Im Vorfeld der jetzigen Neuwahl war – einmal mehr – von einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPö und FPÖ um Platz 3 gesprochen worden. Aber mit der kurz vor der Wahl bekannt gewordenen Spendenaffäre ist die FPÖ – anders als in den Umfragen erwartet – dann doch noch massiv abgestürzt. Womit jetzt Rot wieder um sechs Prozentpunkte (laut Hochrechnungen) vor Blau liegt.

Sehr nah gerückt sind umgekehrt die Grünen den Blauen: Sie werden laut den Hochrechnern nur mehr zwei bis drei Prozentpunkte schwächer sein als die FPÖ. 2006 – als die FPÖ in der ersten schwarz-blauen Phase ein Desaster erlebte – waren die Grünen schon einmal (um 0,01 Prozentpunkte) stärker als die FPÖ.