Wahlumfragen: Wer gewinnen, wer verlieren könnte

Politik / 29.09.2019 • 10:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Die Meinungsforscher und ihre Wahlprognosen.

Wien Geht die Nationalratswahl so aus, wie es die Umfragen nahelegen, muss sich die SPÖ auf das schlechteste Ergebnis der Zweiten Republik einstellen. Ihr erster dritter Platz dürfte der SPÖ aber erspart bleiben – rechnen die Meinungsforscher doch damit, dass die zuletzt ans Licht gekommen Spendenaffäre Heinz-Christian Straches der FPÖ ein größeres Minus beschert. Auf Topwerte können NEOS und Grüne hoffen.

Das große Erdbeben, das die Neuwahl nötig machte – nämlich das „Ibizagate“ der FPÖ mit nachfolgendem Bruch der Koalition, Entlassung der verbliebenen ÖVP-Regierung und Einsetzung eines Beamtenkabinetts – dürfte sich im Wahlergebnis jedoch nicht niederschlagen. Die politische Landschaft dürfte sich nicht allzu sehr ändern – abgesehen davon, dass die Grünen wieder die Liste JETZT im Nationalrat ablösen dürften.

Der FPÖ droht zwar ein deutliches Minus – aber nicht der Absturz, den sie 2002 nach „Knittelfeld“ erlitt. Damals mussten die Blauen das – mit 16,91 Prozentpunkten – mit Abstand größte Minus aller Parteien bei allen Nationalratswahlen verschmerzen.

Die SPÖ wurde in den Umfragen durchgehend deutlich unter ihrem historischen Tiefststand (26,82 Prozent 2013) ausgewiesen. Aber es müsste schon äußerst schlecht laufen für sie, wenn sie auch noch ihr größtes Minus einführe. Das waren bisher 7,86 Prozentpunkte im Jahr 1994.

Die Volkspartei steht zwar jetzt vor ihrer ersten Titelverteidigung seit 53 Jahren – nachdem sie 2017 mit einem Sensationsergebnis der SPÖ Platz 1 abgenommen hatte. Aber rekordträchtig war und ist ÖVP-Chef Sebastian Kurz nicht: Sein Plus von 7,48 Punkten im Jahr 2017 war nicht einmal halb so groß wie Wolfgang Schüssels Rekord-Zuwachs von 15,40 Prozent im Jahr 2002, mit 31,47 Prozent blieb Kurz weit unter Schüssels 42,30 Prozent.

Die Grünen können nach ihrem (internen) Rekord-Minus von 8,62 Prozentpunkten jetzt mit ihrem größten Zuwachs seit der Gründung rechnen. Bisher legten sie maximal um 2,59 Punkte (1999) zu. Das Nationalrats-Comeback ist ihnen sicher – und auch das 2013 erreichte Rekordniveau von 12,42 Prozent scheint in Reichweite.

NEOS können ziemlich sicher sein, besser als je abzuschneiden – ist es für sie doch erst die dritte Wahl. 2017 hielten sie sich mit leichtem Plus auf 5,30 Prozent souverän im Parlament.