Wallners Volkspartei profitiert vom Kurz-Effekt

Politik / 03.10.2019 • 18:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Landtagsfraktionen und ihr Abschneiden bei der Landtagswahl am 13. Oktober standen im Mittelpunkt einer VN-Umfrage. VN/LERCH

VN-Blitzumfrage neun Tage vor der Landtagswahl weist Gewinner und Verlierer aus.

Schwarzach In Vorarlbergs Parteizentralen herrscht neun Tage vor dem Kampf um die Macht im Landtag Hochspannung. Das Ergebnis der Nationalratswahl vor Augen, rechnen sich vor allem die im Landtag vertretenen Parteien Chancen auf Zuwächse aus oder befürchten Einbußen. Die VN gaben bei Marktforscher Edwin Berndt unmittelbar nach dem Vorliegen der Ergebnisse der Nationalratswahl eine Blitzumfrage in Auftrag und stellten die Sonntagswahlfrage. Laut Umfrageergebnis könnte die Volkspartei von LH Markus Wallner bis zu 46 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.

Leichter Zuwachs für die SP

„Dieses Fazit kommt zustande, weil sie ihre eigenen Wähler angesichts des Kurz-Effekts überdurchschnittlich gut mobilisieren kann, denn bei Relation auf alle Wahlberechtigten käme sie auf nur 44 Prozent“, erklärt Berndt im VN-Gespräch. Wichtiges Detail: Die Schwankungsbreite liegt bei 4,4 Prozentpunkten, es könnte sich also auch um 39,6 oder 48,4 Prozent für die Schwarzen handeln.

„Die Volkspartei wird jedoch aller Voraussicht nach die absolute Mehrheit im Landtag nicht erreichen können.“ Weniger erfreulich präsentiert sich hingegen das Ergebnis der Umfrage für die Sozialdemokraten von Parteichef Martin Staudinger. Den Genossen weht nämlich von der Bundesebene her ein rauer Wind entgegen, die Bundespartei hat bei den NR-Wahl ein historisches Tief eingefahren: „Die Sozialdemokraten werden sich bezogen auf die Wähler mit Wahlabsicht nur geringfügig auf zwölf Prozent verbessern“, schätzt Berndt.

Grüne sind die Profiteure

Auch den Blauen im Land mit Parteichef Christof Bitschi dürften die Turbulenzen in der Bundespartei mehr schaden als nutzen. Weil viele potenzielle Wähler der Freiheitlichen wegen der Skandale um Ex-FP-Chef H.C. Strache wie Ibiza-Video oder Spesenaffären „in hohem Maße enttäuscht sind“, so Bernd, „werden sie sich so wie beim Nationalratsvotum nur unterdurchschnittlich an der Wahl beteiligen“. Ihnen sagt die Umfrage 17 Prozent voraus. „Problem ist die Mobilisierung der Anhänger. Eine Trennung zwischen den Niveaus Bund und Land ist angesichts der Tragweite der Geschehnisse nicht gelungen.“ Aufatmen können dafür die Grünen mit Johannes Rauch an der Spitze. Sie würden vom internationalen Trend des Klimaschutzes profitieren, sagt der Marktforscher und sagt ihnen 15 Prozent voraus. „Das ist ein bescheidenes Minus von zwei Prozent gegenüber der Wahl 2014. Positiv für sie ist auch, dass die Asylantenproblematik von jener um den Klimaschutz abgelöst wurde.“

„Aller Voraussicht nach wird die Volkspartei die absolute Mehrheit nicht erreichen.“

Edwin Berndt, Marktforscher

Freuen dürfen sich auch die Neos mit Sabine Scheffknecht. „Die Neos können sich relativ stark auf elf Prozent verbessern. Neos etabliert sich als starke Fraktion in Richtung Mittelpartei, der sichere Einzug ins Landesparlament ist kein Thema mehr.“ Fazit Berndts: „Die Volkspartei wird mit Abstand die stärkste Partei sein und hat in der Koalitionsfrage mehrere Optionen. Mathematisch kommen alle im Landtag vertretenen Fraktionen dafür in Frage. Um Platz zwei und drei rittern Freiheitliche und Grüne, um Platz vier und fünf Sozialdemokraten und Neos.“