Grüne: „Klimaschutz ist Menschenschutz“

Politik / 09.10.2019 • 16:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Argumentiere nicht gegen meinen eigenen Hausverstand: Bau von S 18 wird nicht machbar sein“: Landesrat Johannes Rauch (l.) und Noch-Klubobmann Adi Gross.

„Jede Stimme für die Grünen ist eine Stimme für konsequenten Klimaschutz“, wirbt Johannes Rauch als Spitzenkandidat der Grünen um Wähler. Die S 18 bleibt für ihn „nicht machbar“.

Dornbirn „Wir Grüne setzen uns mit voller Kraft für den Klimaschutz ein. Das haben wir schon in den letzten fünf Jahren gemacht, das wollen wir auch in den kommenden fünf Jahren tun“, betonte Rauch in der Inatura in Dornbirn und plädiert gemeinsam mit Noch-Klubobmann Adi Gross „für mutige und umfassende Schritte“ für den Klimaschutz. „Klimaschutz ist Menschenschutz. Es geht um die Lebensbedingungen für unsere Kinder und Enkelkinder, für die wir heute verantwortlich sind“, so Gross. „Wir können es uns nicht leisten, zögerlich zu handeln. Nur wenn wir jetzt klare Maßnahmen setzen, können wir die Erderhitzung noch eindämmen.“

Gross: „Mein letzter Auftritt als Politiker“

„Im Gegensatz zu den anderen Parteien haben wir Grüne konkrete Vorschläge, wie der Klimakrise beizukommen ist“, behauptet Rauch. Auf Initiative der Grünen habe Vorarlberg als erstes Bundesland in Österreich im Juli 2019 den Klimanotstand ausgerufen. „Der Antrag auf Ausrufung des Klimanotstandes wurde einstimmig im Landtag beschlossen. Er räumt der Eindämmung der Klima- und Umweltkrise und ihren schwerwiegenden Folgen höchste Priorität ein.“ Mit dem Ausrufen des Klimanotstandes sei auch ein Maßnahmenbündel mit umfassenden Klimaschutzzielen beschlossen worden. Dieses beinhalte konkrete Schritte für die Förderung der Energieautonomie und die Reduktion der Treibhausgase. „Klimaschutz ist mehr als technologische Innovationen, wir Grüne wollen ihn als Chance begreifen“, fügte Gross, für den die Pressekonferenz der letzte Auftritt als Politiker war. Er sieht so wie Rauch im Klimaschutz auch große Chancen. „Wir schaffen das, wenn wir jetzt handeln. Aber es wird starke Grüne brauchen, die die anderen Parteien an ihre Verantwortung erinnern. Das haben wir bisher gemacht, das wollen wir auch in Zukunft tun.“

Rauch: „Knackpunkt werden die Kosten sein“

Beim Thema S 18 und der Straßenverbindung mit der Schweiz, deren weitere Planung im Regierungsübereinkommen mit der Volkspartei von LH Markus Wallner festgeschrieben ist, bleibt Rauch dabei: „Dass es eine Straßenverbindung braucht, steht fest. Allerdings nicht an der dümmsten, sondern an der klügsten Stelle. Der Bau der S 18 in der jetzigen Form wird nicht machbar sein.“ Die Grünen würden für eine Variante V wie Vernunft eintreten. Nachsatz von Rauch: „Ich argumentiere nicht gegen den eigenen Hausverstand, was die S 18 anbelangt.“ Auch beim geplanten Bau des Stadttunnels in Feldkirch, vielfach als Tunnelspinne bezeichnet, die der Montfortstadt eine Entlastung vor der täglichen Blechlawine bringen soll, sieht Rauch manches im Argen liegen, vor allem was die Baukosten anbelangt, die das Land übernehmen muss: „Knackpunkt wird sein, wie zahlen wir das Ganze?“