Attentäter von Halle gesteht rechtsextremistisches Motiv

Politik / 11.10.2019 • 22:23 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Blumen und Kerzen erinnern vor der Synagoge an die Todesopfer.  AFP
Blumen und Kerzen erinnern vor der Synagoge an die Todesopfer.  AFP

halle Nach dem Terroranschlag von Halle an der Saale in Deutschland hat der 27-jährige Stephan B. die Bluttat gestanden und ein rechtsextremistisches, antisemitisches Motiv bestätigt. Der Mann habe mehrere Stunden beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs ausgesagt, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft der Deutsche Presse-Agentur am Freitag. B. sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl legt ihm zweifachen Mord und siebenfachen Mordversuch zur Last. Nach Einschätzung der Ermittler wollte er ein Massaker anrichten und Nachahmer zu ähnlichen Taten anstiften.

B. war am Mittwoch festgenommen worden, nachdem vor einer Synagoge in Halle eine 40 Jahre alte Frau und in einem nahe gelegenen Döner-Imbiss ein 20-jähriger Mann erschossen worden waren. Zuvor hatte der Täter vergeblich versucht, die Synagoge mit Waffengewalt zu stürmen. Zu dem Zeitpunkt hielten sich 51 Menschen in dem Gotteshaus auf und feierten das wichtigste jüdische Fest Yom Kippur. 

Die EU-Kommission rief alle Mitgliedstaaten auf, Synagogen und andere jüdische Einrichtungen ausreichend zu schützen. In Wien stattete Bundespräsident Alexander Van der Bellen dem jüdischen Stadttempel in Wien einen Besuch ab. Er wurde vom Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Oskar Deutsch, begrüßt und legte in der Gebetsstätte ein Gesteck mit weißen Rosen nieder.