Landtagswahl in Vorarlberg: Rekorde bei Wahlen, Landtag, Landeshauptleuten

Politik / 12.10.2019 • 08:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Spitzenkandidaten der Vorarlberger Landtagswahl 2019 kurz vor Beginn der Elefantenrunde im ORF am vergangenen Sonntag: NEOS-Landessprecherin Sabine Scheffknecht, SP…-Chef Martin Staudinger, FP…-Chef Christof Bitschi, Landeshauptmann Markus Wallner (…VP) und GrüŸnen Chef Johannes Rauch. APA

Vorarlberg ist tiefschwarz: Die ÖVP war seit 1945 immer klar Erste, lange mit absoluter Mehrheit, und stellte alle Landeshauptleute. Die SPÖ ist hier schwach wie sonst nirgends in Österreich: Mit 8,77 Prozent erlitt sie bei der Landtagswahl 2014 ihr bisher einziges einstelliges Ergebnis aller Landes- und Bundeswahlen. Die FPÖ schwankte stark – und die Grünen sind aktuell stark wie sonst nirgends.

Bregenz 17,14 Prozent im Jahr 2014 waren österreichweit das zweitbeste Landtagsergebnis der Grünen – nach den 2018 wieder geschmälerten 20,18 Prozent in Salzburg 2013. In Vorarlberg war es ihr Topwert aller Wahlen seit dem Landtagseinzug 1984.

Umgekehrt musste die SPÖ 2014 den Absturz unter die – 2009 noch knapp gehaltene – 10er-Marke verschmerzen. Für sie war in Vorarlberg nie viel zu holen, das beste Ergebnis waren 29,54 Prozent im Jahr 1964.

Den schlechtesten Wert der Zweiten Republik musste 2014 auch die ÖVP hinnehmen. Der lag allerdings immer noch bei 41,79 Prozent. Erst zum zweiten Mal – nach 1999 – hat die ÖVP seither keine absolute Mehrheit mehr im Landtag. Die 70,22 Prozent des Jahres 1945 waren jedoch ein Ausreißer – üblicherweise lag die ÖVP immer zwischen 50 und 60 Prozent.

Prinzipiell immer schon stark war in Vorarlberg die FPÖ: Sie kletterte mehrfach auf über 20 Prozent, um dann aber immer wieder einmal abzustürzen. Allerdings nie unter 10,49 Prozent (1984). Die größte Zustimmung gab es 1999 mit 27,41 Prozent. Die FPÖ ist die Partei mit den größten Schwankungen im Lande: 2004 brach sie um 14,47 Prozentpunkte ein, 2009 legte sie um 12,18 zu.

Äußerst beständig waren hingegen die Landeshauptleute in Vorarlberg. Sie alle hielten sich lange im Amt – und so gab es bisher erst fünf, allesamt von der ÖVP. Am längsten im Amt hielt sich Herbert Keßler – für fast 23 Jahre von Oktober 1964 bis Juli 1987. Markus Wallner (ÖVP) wird die rote Laterne erst in der nächsten Periode los: Denn er bringt es (seit Dezember 2011) erst auf fast acht Jahre. Und der bisher kürzest dienende Landeshauptmann war Martin Purtscher mit knapp zehn Jahren.

Rekordwerte bei Landtagswahlen und Landeshauptleuten in Vorarlberg


Höchster Stimmenanteil jemals: 70,22 Prozent der ÖVP 1945

Höchster / niedrigster Stimmenanteil je Partei (in Prozentpunkten):
ÖVP: 70,22 Prozent 1945 / 41,79 Prozent 2014
FPÖ: 27,41 Prozent 1999 / 10,49 Prozent 1984
Grüne: 17,14 Prozent 2014 / 5,18 Prozent 1989
SPÖ: 29,54 Prozent 1964 / 8,77 Prozent 2014
NEOS: 6,89 Prozent 2014

Größtes Plus: 12,17 Prozentpunkte der FPÖ 2009
Größtes Minus: 14,47 Prozentpunkte der FPÖ 2004

Größtes Plus / Größtes Minus je Partei (in Prozentpunkten):
ÖVP: +9,16 (2004) / -13,80 (1949)
FPÖ: +12,17 (2009) / -14,47 (2004)
Grüne: +6,56 (2014) / -7,82 (1989)
SPÖ: +6,85 (1954) / -8,21 (1949)

Wahlbeteiligung:
Niedrigste: 60,64 Prozent (2004) nach Abschaffung der Wahlpflicht
Höchste: 96,40 Prozent (1949) mit Wahlpflicht
Zuletzt: 64,31 Prozent (2014)

Landeshauptmann:
Längst dienender LH: Herbert Keßler (ÖVP), 22,7 Jahre von 29.10.1964 bis 9.7.1987
Kürzest dienender LH: Markus Wallner (ÖVP), fast 8 Jahre seit 7.12.2011