Das war das sechsstündige Wahlstudio von VN.at und VOL

Politik / 14.10.2019 • 07:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
VN/STEURER

Wahlstudio von VN.at und VOL.AT lieferte detaillierte Analysen und spannende Diskussionsrunden.

Bregenz Aktuelle Hochrechnungen, Hintergrundanalysen und spannende Einordnungen – das Wahlstudio von VN.at, VOL.AT und Ländle TV bot ein umfangreiches Programm. Im Bregenzer Landhaus kam mit Spitzenpolitikern, früheren Abgeordneten, Klubobleuten, verschiedenen Interessenvertretern und Experten eine abwechslungsreiche Gästerunde zu Wort. Das Programm war ein voller Erfolg: Auf VN.at und VOL.AT konnten 120.000 Aufrufe verzeichnet werden.

Die Spitzenkandidaten Sabine Scheffknecht (Neos), Johannes Rauch (Grüne), Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP), Martin Staudinger (SPÖ) und Christof Bitschi (FPÖ) debattierten über das Ergebnis. VN/STEURER

Höhepunkt für den Regierungskurs

Höhepunkt im Wahlstudio war die sogenannte Elefantenrunde, also die Debatte der Spitzenkandidaten. Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) zeigte sich über das Wahlergebnis erfreut. Schon bald werde man mit den anderen Parteien Gespräche aufnehmen. Prinzipiell sah Wallner eine Stärkung der schwarz-grünen Regierung; mit dem bisherigen Regierungspartner werde man daher vertiefend verhandeln. „Ich möchte aber eine gute Gesprächsbasis mit allen Fraktionen aufrechterhalten.“ Johannes Rauch (Grüne) sah in den kontroversen verkehrspolitischen Themen S 18 und Feldkircher Stadttunnel keine wesentlichen Stolpersteine für eine Zusammenarbeit. „Wir haben einen einstimmigen Antrag zum Klimaschutz verabschiedet. Das Wahlergebnis ist Auftrag, das umzusetzen.“ Erfreute Reaktionen gab es sowohl von Sabine Scheffknecht (Neos) als auch Martin Staudinger (SPÖ). Während Scheffknecht im Klubstatus der Pinken eine wesentliche Stärkung sah, lobte Staudinger ein „Plus nach einer langen Dürreperiode“. Christof Bitschi (FPÖ) sprach indes von einer klaren Niederlage seiner Partei. „So ehrlich muss man sein.“

Die Landesgeschäftsführer von Grünen und ÖVP, Jessica Bösch (Mitte) und Dietmar Wetz, im Gespräch mit VN-Innenpolitikchefin Birgit Entner-Gerhold. VN/Lerch
Die Landesgeschäftsführer von Grünen und ÖVP, Jessica Bösch (Mitte) und Dietmar Wetz, im Gespräch mit VN-Innenpolitikchefin Birgit Entner-Gerhold. VN/Lerch

Kein schmutziger Wahlkampf

ÖVP-Landesgeschäftsführer Dietmar Wetz stufte den Landtagswahlkampf in einer von VN-Innenpolitikchefin Birgit Entner-Gerhold moderierten Gesprächsrunde als positiv ein. Es habe sich im Vergleich zu vorherigen Auseinandersetzungen aber schon um eine Umstellung gehandelt, immerhin sei unmittelbar zuvor noch der Wahlkampf zur Nationalratswahl dazugekommen. „Die 14 Tage konnten wir aber intensiv nutzen und mit vielen Menschen in Kontakt treten“, so Wetz. Auch die Landesgeschäftsführerin der Grünen, Jessica Bösch, sah keinen „schmutzigen Wahlkampf“ im Land.

 Regelmäßig wurden von VN-Redakteurin Mirijam Haller aktuelle Zahlen präsentiert.
Regelmäßig wurden von VN-Redakteurin Mirijam Haller aktuelle Zahlen präsentiert.

Klima als wichtiges Thema

„Ich glaube, dass Klimaschutz durch das Gewicht von ‚Fridays for Future‘ ein großes Thema im Wahlkampf war“, erklärte Aaron Wölfling, Sprecher der Bewegung, im Wahlstudio. Um die Zukunft des Planeten stehe es alles andere als gut. Wölfling erinnerte im Gespräch mit VN-Chefredakteur Gerold Riedmann auch daran, dass er im Sommer an einer Klimakonferenz mit 500 jugendlichen Umweltaktivisten in Lausanne teilgenommen hatte. Dort war er nicht nur in derselben Arbeitsgruppe wie Greta Thunberg, sondern habe mit führenden Wissenschaftlern über die Problematik sprechen können. „Sie zeichnen ein dystopisches Bild.“ Grundsätzlich kritisiert Wölfling: „Es wird oft so getan, als wären wir in Vorarlberg schon weit mit der Klimapolitik. Aber wir sind ein reiches Land und tragen damit auch eine höhere Verantwortung.“

Auswirkungen der Bundespolitik

Mehr als 60 Personen kamen im Wahlstudio zu Wort. Darunter war auch Wolfgang Weber, Universitätsprofessor für Zeitgeschichte und politische Bildung. Dass die Grünen die FPÖ auf Platz drei verdrängen würden, sei im Prinzip erwartbar gewesen, sagte der Experte zu VOL.AT-Chefredakteur Marc Springer. „Natürlich hat die Bundespolitik Auswirkungen auf die Landespolitik.“ Die Strategie der Landes-FPÖ, mit Christof Bitschi einen jungen Kandidaten mit deutlichen Aussagen zu präsentieren, sei nicht aufgegangen. Auch Weber sah in dem Ergebnis eine Bestätigung für den schwarz-grünen Regierungskurs im Land. Gleichzeitig sei aber – freilich mit Ausnahme der FPÖ – auch der Oppositionskurs belohnt worden.