„Rauchverbot war der Horror“

Politik / 16.10.2019 • 19:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Gastronomiebereich gab es 2018 sieben Anzeigen wegen des Rauchverbots. APA

Ab 1. November hat es sich ausgequalmt. Nachtgastronomen warnen vor Lärmbelästigung.

Birgit Entner-Gerhold

Schwarzach Was nach Mitternacht passiert, hat mit Gesundheit nichts zu tun, sagt Stone-Club-Chef Klaus Feurstein: „Wissenschaftlich gesehen ist ja der Vormitternachtsschlaf der gesunde.“ Wer also wach bleibt und ausgeht, soll sich auch aussuchen können, ob er rauchen darf; zumindest ab Mitternacht, ist der Feldkircher Nachtgastronom überzeugt. Eine solche Ausnahmeregel gibt es aber nicht. Ab 1. November gilt das absolute Rauchverbot in der Gastronomie, für alle und zu jeder Zeit.

Das betrifft auch die Nachtgastronomie. Einige ihrer Vertreter haben bis zuletzt für Ausnahmen gekämpft. Das wäre im Sinne des Anrainerschutzes. Mit einem entsprechenden Antrag sind sie aber am Mittwoch beim Verfassungsgerichtshof abgeblitzt. Der Gesetzgeber habe beim absoluten Rauchverbot seinen Gestaltungsspielraum nicht überschritten. Es stehe ihm frei, als Folge des Rauchverbots allfällige Beeinträchtigungen von Nachbarn in Kauf zu nehmen, urteilen die Höchstrichter.

Reinhard Rauch vom Rauch Club warnt nun vor Lärmbelästigungen in der Feldkircher Innenstadt. „Wir haben getan, was wir können. Der Lärm wird sich in der Nacht aber leider potenzieren. Ich kann es mir nicht leisten, früher zuzusperren.“ Das Rauchverbot an sich sei ja logisch. Nur seien Anrainer und Nachtgastronomen eben die Leidtragenden. Davon berichtet auch Bunt-Chef Nani Mock. Bei der Eröffnung des Buntergrund vor vier Monaten sei dieses noch rauchfrei gewesen. „Das war ein Horror.“ Zahlreiche Gäste seien draußen gestanden. Auf die Securities hätten sie kaum gehört. Die Polizei sei jede Woche wegen des Lärms mehrfach angerückt. Seitdem im Club geraucht werden darf, hätten sich die Probleme nahezu verflüchtigt. Mock wünscht sich eine Ausnahmeregel ab Mitternacht oder einen unbewirteten Raucherraum. Da es ab 1. November beides nicht geben wird, habe er sich bereits mit der Stadt Feldkirch generell und der Polizei im Besonderen in Verbindung gesetzt. Sie würden Lösungen suchen, um die Lärmbelästigung möglichst gering zu halten. „Es ist auch in unserem Interesse, dass Ruhe ist.“

Ob sich alle an das Rauchverbot halten, wird nicht gezielt kontrolliert. Das könne nur in Folge von Anzeigen geschehen. Wirtesprecher Andrew Nussbaumer meint: „Private Sheriffs gibt es sicher genug.“ Zumindest 2018 scheinen diese aber gnädig gewesen zu sein. Im Gastronomiebereich gab es lediglich sieben Anzeigen.