Türkei und USA einigten sich auf ­Waffenruhe in Nordsyrien

Politik / 17.10.2019 • 22:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Versteinerte Mienen im Präsidentenpalast in Ankara: Die Beziehungen zwischen den USA und der Türkei sind angespannt. Am Donnerstagabend gab es eine Einigung.reuters
Versteinerte Mienen im Präsidentenpalast in Ankara: Die Beziehungen zwischen den USA und der Türkei sind angespannt. Am Donnerstagabend gab es eine Einigung.reuters

Die USA haben Einigung auf Waffenruhe mit der Türkei verkündet.

ankara US-Vizepräsident Mike Pence hat den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Ankara zu einem Gespräch über den Nordsyrien-Konflikt getroffen. Türkische Medien meldeten am Donnerstag den Beginn des Treffens und zeigten Fotos der beiden im Präsidentenpalast in der türkischen Hauptstadt. Im Raum waren demnach zunächst auch der türkische Vizepräsident Fuat Oktay und der US-Sonderbeauftragte für die Anti-IS-Koalition, James Jeffrey.

Im Anschluss an das Gespräch verkündeten die beiden Länder am Donnerstagabend überraschend eine Waffenruhe. Die Türkei habe zugesagt, ihren Militäreinsatz gegen kurdische Milizen fünf Tage zu stoppen, sagte US-Vizepräsident Mike Pence am Donnerstagabend in Ankara nach Gesprächen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Türkei will die Aussetzung der Kämpfe nicht als „Waffenruhe“ verstanden wissen. Die Offensive werde nicht gestoppt, sondern „unterbrochen“, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu. Wenn die Kurdenmiliz YPG innerhalb von fünf Tagen aus der Grenzregion abgezogen sei, ihre schweren Waffen abgelegt und ihre Stellungen zerstört habe, werde die Offensive aber enden. US-Präsident Donald Trump lobte die  Einigung in höchsten Tönen.

Der türkische Staatschef hatte am Mittwoch zunächst gesagt, er werde die US-Regierungsvertreter nicht treffen, diese Aussage kurz darauf aber revidiert. Die Türkei hatte vor rund einer Woche einen Militäreinsatz gegen die kurdische YPG-Miliz in Nordsyrien begonnen. Die YPG kontrolliert dort ein großes Gebiet. Ankara betrachtet sie als Terrororganisation, weil sie mit den kurdischen PKK-Rebellen in der Türkei eng verbunden ist. Für die USA waren die Kurdenkämpfer dagegen lange Verbündete im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Der türkische Einsatz war international auf scharfe Kritik gestoßen. Die USA hatten Anfang der Woche Sanktionen gegen die Türkei verhängt.