Martina Ess sorgt mit Abschied aus dem Bundesrat für Knalleffekt

Politik / 18.10.2019 • 22:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mit ihrem Rücktritt aus dem Bundesrat hat Ess alle überrascht.Mauche
Mit ihrem Rücktritt aus dem Bundesrat hat Ess alle überrascht.Mauche

ÖVP stellt im Hintergrund bereits personelle Weichen.

Wien Martina Ess will nicht mehr Bundesrätin sein. Das hat die Vorarlberger ÖVP-Politikerin am Freitag überraschend bekannt gegeben. Mit Frustration habe ihre Entscheidung nichts zu tun, sagt sie den VN. „Ich muss dankbar sein, dass ich ein Mandat ausüben durfte.“ Was der Grund für ihren Rücktritt ist? Bauchgefühl, meint sie. Einen konkreten Anlass gebe es nicht.  „Mir war wichtig, im Wahlkampf gegenüber der Partei loyal zu sein. Ich habe entschlossen gekämpft, weil ich wollte, dass Sebastian Kurz Kanzler wird und Markus Wallner Landeshauptmann bleibt.“

Für Martina Ess ist es ein Rücktritt aus der Politik hin zu einem anderen Schwerpunkt. Theoretisch könnte sie noch in den Nationalrat einziehen, sollte sie über die ÖVP-Bundesliste zum Zug kommen. Doch auch das werde sie ablehnen, sagt Ess. Sie will sich nun auf ihren Beruf als Moderatorin und Projektentwicklerin konzentrieren. Der sei in der Vergangenheit etwas auf der Strecke geblieben. „Es war zu meiner Zeit als Politikerin klar, dass ich diese Tätigkeit zurück fahre. Mir ist es wichtig, Familie und Beruf so zu vereinen, dass man gesund bleibt.“ 

Ob sie sich gänzlich aus der Politik verabschiedet oder doch wieder einmal als Kandidatin zu einer Wahl antreten könnte? „Im Moment bin ich über meine Entscheidung froh. Was in fünf Jahren ist, das reden wir dann.“ 

Magnus Brunner fest im Sattel

In der ÖVP werden bereits die personellen Weichen gestellt: Harald Witwer hat als Landesobmann des ÖAAB von Landeshauptmann Markus Wallner den Auftrag zur Sondierung erhalten und nimmt mit Heike Eder Kontakt auf. Eder fungiert derzeit als Stellvertreterin von Ess im Bundesrat, ist als Personalleiterin in der Arbeiterkammer Vorarlberg tätig und gewann 2016 die Bronzemedaille bei den Paralympics im Slalomwettbewerb. Sollte sie nicht nachrücken, will man nach einer anderen Frau suchen. Eines hat die ÖVP bereits geklärt: Bundesrat Magnus Brunner sitzt weiterhin fest im Sattel. VN-ebi, tw