Gehaltsschere öffnet sich schon während des Studiums

Politik / 21.10.2019 • 22:36 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

wien Die Einkommensschere öffnet sich bereits während des Studiums: Laut einer Studie, die am Montag anlässlich des Equal Pay Days veröffentlicht wurde, rechnen Studentinnen mit einem deutlich geringeren Einstiegsgehalt als ihre männlichen Kollegen. Demnach geben sich Frauen aller Studienrichtungen im Schnitt mit rund 6000 Euro weniger Jahresgehalt zufrieden. Für die Erhebung des Recruiting-Unternehmens StepStone und der Beratungsfirma Universum wurden von Oktober 2018 bis März 2019 mehr als 10.000 Studierende befragt. Frauen fordern außerdem viel seltener eine Gehaltserhöhung. Während gut ein Viertel aller Männer (26 Prozent) jedes Jahr nach einer Gehaltserhöhung fragt, hat laut dem Stepstone-Gehaltsreport mehr als jede dritte Frau (42 Prozent) noch nie um mehr Geld gebeten.

Aktionsplan gefordert

Um die Einkommensschere zu schließen, forderten die Grünen einen nationalen Aktionsplan. „Österreich ist hier ein frauenpolitisches Rückschrittsland, dabei könnten wir Vorbild sein“, kritisierte die designierte Nationalratsabgeordnete Ewa Ernst-Dziedzic. Sie sprach sich für eine deutliche Anhebung der Gehälter in Dienstleistungsbereichen wie Gesundheit, Pflege und Soziales aus. Auch für die Gewerkschaft GPA-djp ist die wichtigste Maßnahme zur Schließung der Lohnschere die Anhebung von Gehältern in frauendominierten Branchen.